"Das erste Kapitel schüchterner Liebe" - Auf den Spuren der Literatur des Begehrens | Teil 3
Shownotes
Im dritten Teil unserer Podcastreihe durchqueren wir über 200 Jahre Literaturgeschichte und treffen auf Figuren, die ganz unterschiedlich lieben, begehren und scheitern. Wir begegnen unter anderem einer tugendhaften Prinzessin, einer frivolen Fanny Hill, einer skrupellosen Marquise und einem Werther, der seine Gefühle nicht mehr zähmen kann. Und dann ist da noch Madame Bovary, die Ehebrecherin, die durch Flauberts spröden Realismus mächtig entzaubert wird.
Bei all diesen Popstars der Literatur wird uns schnell klar: Erotik ist nie nur Erotik – und Eros kann auch mal ganz schön glitschig sein, wie Jelena sagt. Erotik steckt manchmal in Blicken, Briefen und einer Haarlocke. Manchmal liegt sie aber auch genau dort, wo nichts passiert: in der Lücke, im Schweigen, im Ungesagten.
Wie die Autoren vom Barock bis zur Romantik ihre Vorstellungen von Liebe, Begehren und Erotik erzählen, warum die Prinzessin von Clèves und Werther vermutlich kein Traumpaar geworden wären – das erfahrt ihr in dieser Folge.
Danke an Andreas Kolbe, der den Vicomte de Valmont aus den „Gefährlichen Liebschaften“ so großartig interpretiert hat.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich ging wieder in den Salon und da fand ich
00:00:03: meine Schöne
00:00:04: auf einem Liegestuhl in einer entzückenden Verträumtheit.
00:00:08: Dieser Anblick weckte meine Begier, und gab meinem Blick was sich brauchte.
00:00:14: Der erste Effekt war dass sie die Augen niederschlug.
00:00:17: Eine Zeit versenkte ich mich in dieses Engelskäusche Gesicht – dann glitt mein Blick ihren Körper hinab!
00:00:26: Und es amüsierte mich Sie mit meinen Augen zu entkleiden bis auf die Füße.
00:00:31: Ich fühlte ihren Blick, sah auf und sofort neigten sich wieder ihre Augen.
00:00:37: Ich sah weg um es ihr leichter zu machen mich anzusehen.
00:00:42: So spannt sich zwischen uns diese wortlose Unterhaltung – das erste Kapitel schüchterner Liebe.
00:00:49: die Augen, die sich schauend vermeiden in der Erwartung einander zutreffen.
00:01:02: Hallo liebe Hörerinnen und Hörern, zu einer neuen Folge der Literatur-Ermittlerin.
00:01:07: Mein Name ist Lin Leisner und mit mir sitzt wie immer ...
00:01:11: Jelena Boric!
00:01:13: Ja wir sind immer noch mitten in unserer Reihe über die Literatur des Begehrens, der Leidenschaft, der Sinnlichkeit – alles wird er, Jelina.
00:01:22: Wohin du mir mal sagst, dass du gar nicht so viel damit anfangen kannst?
00:01:25: Aber wir müssen das ja irgendwie betiteln was wir hier machen.
00:01:29: Und liebe Hörerinnen und Hörern, wenn ihr uns schon länger verfolgt dann wisst ihr dass wir jetzt in der dritten Folge sind.
00:01:36: Wir wollten ursprünglich mal ein zweiteiliger Reihe geplant, aber wir haben dann schon schnell gemerkt dass das ein unmögliches Unterfangen ist.
00:01:45: Dass einfach so viel zu sagen gibt zum Thema und wir haben uns ja wirklich auch vorgenommen von der Antike bis zur jetzigen Zeit da zu schauen inwieweit erotige Literaturen eine Rolle spielt, auch das Konzept der Liebe spielt eine große Rolle und wir haben ja schon auch festgestellt, dass Erotik nie einfach erotisch ist.
00:02:05: Und wir müssen uns auch ein bisschen entfernen von dem Bild was wir heute vielleicht davon haben sondern das die Erotika auch immer in Ausdruck ist der damaligen Zeit.
00:02:12: also was für ne Gesellschaft haben die Menschen gelebt welche Moralvorstellungen haben vorgeherrscht?
00:02:18: Was für einen Menschenbild gab es einfach in der Damaligenzeit und ganz wichtig damit verbunden war eigentlich die Rolle der Frau in der dameligen Zeit.
00:02:25: Wie würdest du denn Irlina was ihr bis jetzt so?
00:02:28: Ich weiß, es fällt vielleicht schwer.
00:02:30: Aber was wir bis jetzt so gehört haben, kurz zusammenfassen ... Wo stehen wir denn gerade?
00:02:36: Wir sind ja bis zur Renaissance gekommen.
00:02:39: Am Ende hatten wir den letzten Folgen noch über die Cameroon gesprochen, über Gargantua und Pantagoel.
00:02:45: Erinnere ich mich auch sehr spannend.
00:02:47: Was mochtest du ja sehr gerne?
00:02:50: Vielleicht noch als wer nicht die ersten beiden Folgen gehört hat, wo stehen wir?
00:02:54: Und was haben wir bis Jetzt eigentlich so erfahren?
00:02:58: Naja, wir haben eigentlich angefangen von der Antike und da haben festgestellt das eigentlich in der Antik.
00:03:11: Wir hatten Zapfow und Ovid als Meilensteine notiert oder markiert und dass in der Dicke aus sinnliche und lebensbejahende Liebe auch möglich war, obwohl wir sehr viel über die gesellschaftliche Regeln gesprochen haben und auch sagen wir Stände in der Gesellschaft, in der antiken Gesellschaft.
00:03:47: Wer dürfte Erotik empfinden?
00:03:52: Und wer nicht eigentlich?
00:03:55: Es hat sehr viel mit der Position des einzelnen in der Gesellschaft zu tun gehabt, aber der Einzelner eigentlich existiert immer noch nicht so richtig.
00:04:11: Da sind die Helden und die Helde dürfen eben auch Liebe machen und eventuell Begierde finden.
00:04:23: Aber ja da gab es ganz wenige Anlässe über die Liebe zu sprechen.
00:04:33: Und wir haben irgendwann mal festgestellt, dass wir nicht nur über Erotik sprechen können sondern eigentlich das Erotick ganz fest mit der Liebe und Emotion verbunden ist.
00:04:52: Wir haben versucht auch uns sofort von der Pornografie abzugrenzen Und trotzdem auch die andere, sagen wir auf Richtungen der Literatur zu verzeichnen.
00:05:12: Wir haben über Bakhtin gesprochen und auch über sogenannte obere offizielle höfische anerkannte Literatur Und dann über die völkische Literatur, die auch ziemlich vulga sein konnte.
00:05:33: Du hast Gargantua und Pantagruelle erwähnt, übrigens ein Meisterwerk von einem Arzt.
00:05:42: Dann könnte man sich schon jetzt vorstellen, warum es eigentlich da geht... Und das war sehr interessant und deswegen haben wir das auch sehr lang gezogen, weil da erschienen auch unterschiedliche Phänomene die wir alle zumindestens erwähnen wollten.
00:06:05: Im Mittelalter haben wir festgestellt gab es hier und da wirklich absolute Überraschungen und das hat uns auch sehr interessiert.
00:06:14: Wollten wir nicht darüber einfach gleiten sondern auch ein bisschen stehen bleiben und das auch besprechen.
00:06:22: Und natürlich diese Explosion der Renaissance, das müssten wir auch so detailliert auseinandernehmen und schauen was für eine Erotik das ist.
00:06:38: Ist das überhaupt erotisch?
00:06:40: Was für eine Befreiung ist das?
00:06:43: Können wir auch Erotik anders auslegen, weil ich glaube dass jede Epoche einen ganz anderen Zugang zu erotik oder sagen wir Definition der Erotika hatte.
00:06:58: Ich habe irgendwann mal mich auch gefragt, konnte man damit überhaupt irgendwas mit sagen mit solchen Empfindungen wie Orgasmus oder konnte man überhaupt was anfangen?
00:07:16: Ich meine, der Zeus hatte alle seine Frauen vergewaltigt.
00:07:20: Und das ist irgendwie eine durchgehende und von allen sehr akzeptierte Art und Weise, wie man sich vermehrt hat.
00:07:34: eigentlich und gab es noch etwas dabei Und da hatten wir Dante und Shakespeare, alle diese Besonderheiten die wir auch genossen haben.
00:07:47: Ich meine Shakespeare ist sowieso immer eine Ausnahme weil er so absolut genial und einzigartig ist und außerhalb seiner Zeit.
00:08:01: man hat manchmal den Eindruck dass sie eigentlich tatsächlich ... Nicht Gottes Geschenk ist, sondern Epiphanie.
00:08:11: Gottes Meldung ist irgendwie.
00:08:14: Aber deswegen ist er eine Ausnahme oder wir haben das immer so behandelt?
00:08:21: Ja und eigentlich dann haben wir über höfische Liebe gesprochen und über Damen die unerreichbar waren Und das war auch wahrscheinlich gut so.
00:08:42: In der Renaissance und Barock wieder, was du heute eben unbedingt noch dranzunehmen
00:08:51: möchtest... Einbringen möchte?
00:08:52: Ja!
00:08:52: Aber wurde zwar wieder körperlich,
00:08:57: es war
00:08:59: bei Bocaccio, doch blieb sich häufig entweder komisch moralisch gerahmt und das ist es oder mythologisch verschleiert.
00:09:14: Das ist richtig, ich fands interessant was du gerade gesagt hast inwieweit erotik damals wirklich eine Rolle spielt.
00:09:21: oder was wir natürlich jetzt nur haben sind literarische Werke auf die wir uns beziehen aber wie natürlich wirklich in der Partnerschaft das gelebt wurde.
00:09:29: und natürlich gab's da wahrscheinlich auch sexuelle Erfüllung zwischen Partnern Und es gab auch Orgasmen natürlich, aber da fehlen ja einfach die Werke, die darüber sprechen oder auch die Stimmen.
00:09:40: Die darüber berichten, weil das war alles unter dem Mantel.
00:09:43: Wir sind in einer sehr religiösen Zeit und die Kirche hatten eine große Macht.
00:09:45: Das wurde letztendlich Sexualität verpöhnt.
00:09:48: Man sprach nicht darüber.
00:09:50: Ja, trotzdem gab es das immer.
00:09:52: Genau!
00:09:52: Aber wir haben keine Zeugnisse davon in irgendeiner Art und Weise.
00:09:56: Vielleicht gibt's sie nur, aber das ist sozusagen nicht im terroristischen Kontext auf jeden Fall.
00:10:02: Richtung Barock hast du schon gesagt und wir haben ja hier schon eine kleine Veränderung, wie Sexualität betrachtet wurde.
00:10:07: Nämlich einfach auch durch den Einfluss seit Luther da seine Thesen angeworfen hat, auch durch dem Protestantismus.
00:10:14: Es war schon so dass man festgestellt die Ehe und Sexualität gehört auch zusammen.
00:10:19: Das wurde vielmehr akzeptiert.
00:10:20: was dagegen nicht mehr akzeptieren wurde war sozusagen außer eheliche Affären, Sexualität Was der Brot des Sanctismus, wogegen die sich ausgesprochen haben ist auch das Zölibat.
00:10:33: Das wurde nicht als sehr fruchtbar und es hatte sozusagen keinen Zweck zu erfüllen.
00:10:40: aber so die in sich die Ehe und die Sexualität wurde generell etwas positiver betrachtet.
00:10:45: Beginn aber denke ich, das ist vielleicht was anderes in einer Zeit wo wie gesagt Ihr habt eine gewisse Wertschätzung bekommen und wo auch so langsam Liebe und Sexualität in der Ehe anerkannt wurde, wo sich das verbunden hat.
00:11:02: Weil wir müssen überlegen, Ehe war ja lange Zeit immer so ... Damals natürlich auch noch, aber es ist immer ein Businessakt gewesen.
00:11:07: Man hat geheiratet oder die Frau wurde vor allem verheiratete oben sozusagen Sozianstatus zu erlangen.
00:11:15: Die Mitgift spielte eine große Rolle, natürlich eine Frau die geheiratet hat musste eine Mitgifft haben.
00:11:20: das war oft finanziell sehr schwierig für Familien das aufzubringen.
00:11:23: meistens konnte zum Beispiel nur die erste Tochter heiraten und die anderen Töchter waren ewige Jungfrauen oder sind dann ins Kloster gegangen und interessant ist aber auch für viele war in der damaligen Zeit für viele Frauen eine echte Befreiung tatsächlich wenn sie Witwe geworden sind Weil dann konnten Sie sich zum ersten Mal wirklich diese Pflicht bestanden, nicht mehr zu heiraten im besten Fall.
00:11:44: Manche wurden natürlich verheiratet aber sie konnten ein bisschen freier leben.
00:11:48: einfach also das...
00:11:50: Ja ich würde gerne eben zwei Punkte klarstellen.
00:11:58: Erstens wir versuchen durch die Epochen zu gleiten Und manche penibale Literaturwissenschaftler können uns auch zurecht kritisieren und sagen, entschuldigen Sie bitte.
00:12:14: Aber die Epochen sind nicht so richtig aufgeteilt.
00:12:19: Es gibt unterschiedliche Meinungen.
00:12:21: Wann beginnt Renaissance?
00:12:22: War Ende Dehrens?
00:12:23: Wann beginnen Baroque?
00:12:25: Natürlich alle Epochengehen ineinander über.
00:12:28: Ja
00:12:28: natürlich!
00:12:29: Das ist etwas was wir... als selbstverständlich also erachten.
00:12:34: Das ist das eine.
00:12:35: und das zweite ist, dass wir nicht nur Erotik und Liebe häufig unter einem Dach bringen und bringen müssen aber auch Erotika und Sexualität.
00:12:52: Dass manchmal nicht sehr leicht zu zu haben ist eigentlich, weil wenn wir über die soziale oder gesellschaftliche Normen reden, reden wir häufig über die Sexualität.
00:13:10: Und Erotik ist nicht unbedingt Sexualität, die steht auch in Verbindung da mit der Sexualität.
00:13:19: aber erotik isst eigentlich ein, sagen wir Art und Weise wie wie wir gegenüber der Welt und allem, was sinnlich und sehr sehbar, hörbar,
00:13:38: riechbar,
00:13:39: anfassbar, lesbar ist.
00:13:44: Was für ein Verhältnis wir da damit haben und wie das ist?
00:13:52: Wir müssen nicht unbedingt heiß werden um Erotik und erotische Neigung zu empfinden.
00:14:00: Eigentlich Eros ist etwas, was bis heute unangreifbar bleibt, so glitschig vielleicht auch, also leicht auszurutschen.
00:14:20: Wir versuchen immer wieder anhand einigen Texten und anhand einigen Werken darüber nachzudenken.
00:14:30: Wir bieten keine Definition.
00:14:31: Nein, nein, Rupdik hat auch viel was mit dem Inneren, mit dem Selbst zu tun, die Dinge empfunden werden natürlich.
00:14:39: Und du hast ja schon gesagt wir sind jetzt unbarockt haben befinden wir uns jetzt Barock.
00:14:45: Natürlich ist es so Literatur-Epochen, dass alles immer einander übergleitet wird.
00:14:49: Wir haben die Epoche und da ist auf einmal eine neue Epoch und alles hat sich geändert.
00:14:53: also wir haben natürlich diese Übergänge auch.
00:14:56: Aber Barock um das mal trotzdem bisschen ein bisschen einzugrenzen, das war am sechzehnten... ...sechzehnhundert bis siebzehnundzwanzig Und der Barock ist ja da hingegen.
00:15:05: Einmal wenn ich an Barock denke, denke ich so an den Königshof so ein bisschen Ja?
00:15:09: Ich denke an viel Brokatsamt, Seide, Gold Ich sehe Frauen in Korsettes und so im Greifrock.
00:15:16: Und diese ganze höfische Zeremonie, und wir entfernen uns ja auch ein bisschen von diesem typischen mittelalterlichen Idealen der Tugenden.
00:15:27: Auch die Zurückhaltung natürlich, der geliebten Frohe gegenüber oder der lieben Frau gegenüber.
00:15:32: Jetzt geht es hier mehr um diesen... Wie sagt man?
00:15:35: Bei Mann ist es ein bisschen mehr fraustig über die Coqueterie und bei dem Mann dieser Om-Galonne, also dieser galante Mann, was anziehen war Da war ein Mann am Hof, der charismatisch war.
00:15:46: Der gut sprechen konnte.
00:15:47: Ein gewisses Ansehen hat eine Eleganz ausgestrahlt.
00:15:51: Und
00:15:51: trotzdem ist das Epoche von Memento Mori?
00:15:54: Genau!
00:15:55: Wir haben ja noch diese Mementomori
00:15:58: kapedieren
00:16:00: und natürlich Vanitas.
00:16:01: Da müssen wir an dieser tollen Stillleben denken immer wenn es da mit Sanduhren und Totenköpfen verwelkt wird im Blumen und die Uhren.
00:16:09: Das ist dieses typische Bild was wir auch von Barau...
00:16:11: Sehr gerne auf dem... Ästisch und so was.
00:16:16: Pässe nicht zu viel, weil du sterben
00:16:18: wirst.".
00:16:19: Genau.
00:16:19: aber es ist natürlich auch eine gewisse Ambiguität die wir da haben auf der einen Seite Capedium, auf der anderen Seite Momente Mori.
00:16:25: ja also das ist und ich glaube diese diese Ambiguität wird auch ein bisschen ausgedrückt in den verschiedenen literarischen Werken die man damals geschrieben hat oder die man jetzt noch lesen kann.
00:16:36: Und das Spannende ist auch in dieser Zeit entwickelt sich auch so langsam die Libertine Literatur erotischere Literatur.
00:16:46: Beim Dekameroone war ja schon zum Teil sehr klar auch beschrieben, also da waren Frauen die sich dann genommen haben was sie wollten aber noch weniger explizit und jetzt ist es diese Dibertin-Literatur, die es aber natürlich nicht überall zu kaufen gab.
00:17:00: Also das war jetzt nicht so, das war Untergrundliteratur, ja?
00:17:03: Die wurde heimlich gedruckt, da gab's Verbote, da kam man auch ins Gefängnis dafür wenn man einige von diesen Werken hat, aber trotzdem hatte die damals eine gewisse Anziehung.
00:17:12: Und was so ein Beispiel von damals ist, ist Venus im Kloster.
00:17:16: Das ist ein anonymes Werk und dabei geht es um einen Dialog zwischen zwei Frauen.
00:17:23: Das war damals etwas sehr übliches.
00:17:26: Da gab's auch ein anderes Beispiel zum Beispiel Pietro Arretinos-Ragionamente Du kannst es besser aussprechen.
00:17:34: Also auch hier so ein Dialog zwischen zwei Frauen, die sich über die Lebenswelt der Frau unterhalten.
00:17:38: Was ist besser?
00:17:39: Eine Nonne zu sein eine Ehefrau und eine Prostituierte.
00:17:42: Und das waren die sogenannten Ruhrendialoge besser ausgesprochenen Eko-Disan Gespräche.
00:17:48: Und da geht es schon doch heiß her.
00:17:50: und das ist aber auf der einen Seite, haben wir dann eine sehr offene Sexualität auch, die auch sehr explizit beschrieben wird.
00:17:57: Also in der Venus um Klos, da geht's um zwei jungen Nonnen, die eines sechzehn, die anderes neunzen... Und die eine nur noch erwischt, die andere wehren sie mastubiert.
00:18:06: Und statt das aber irgendwie in irgendeiner Art und Weise zu verdammt ermutigt sie sie noch?
00:18:10: Nein!
00:18:10: Das ist richtig so und klärt sich sozusagen auf.
00:18:13: Es war auch ganz oft dieser Literatur dass es damit eine ältere erfahrene Person gibt, die die Andere aufgeklärt hat wie sie doch ihre Sexualität ausleben kann.
00:18:23: Das Insante ist aber, dass es in diesen Werken auch darum ging um die Zwänge des Klosterlebens zum Beispiel zu kritisieren oder dann größer gedacht, die Kirche generell zu kritisieren.
00:18:34: Mit ihren Zwängen mit ihrem Verbot der Sexualität.
00:18:37: also diese diese libertine Literatur wurde dazu auch genutzt und da freien wir passt das auch zusammen.
00:18:43: so Kritik und Erotik auf der einen dann Kritik auf den anderen Seite.
00:18:48: aber ich glaube da geht es vielmehr um Sexualität alles um erotik
00:18:53: ja auch sexualität ja.
00:18:55: und dass ist das was für mich Problematisch eigentlich erscheint, dass der Körper noch nicht als autonomes Zentrum menschlicher Erfahrung gilt.
00:19:18: Es wird darüber gesprochen, was sind die moralischen Zwänge?
00:19:21: Was sind die religiöse Zwänge eigentlich?
00:19:25: Was ist die soziale Position oder gesellschaftliche Position der Frauen und der Männer.
00:19:31: Und auch Art und Weise wie man die Fruchtbarkeit und die Sexualität behandelt in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten.
00:19:42: aber Den richtigen Eros haben wir noch nicht
00:19:50: so richtig
00:19:53: spürbar.
00:19:54: Und das hatten wir aber in der Antike bei Sapfa, hatten wir das?
00:19:58: Wir hatten auch das schon im Hohes Lied.
00:20:03: Wir hatten das auch bei Petrarcha genau.
00:20:06: und da habe ich dir gerade jetzt gesagt es geht nicht darum ob Laura weiße Brüste hat, ob sie rund sind und groß.
00:20:17: Sondern wenn sie schläft ihre Brüster heben sich und senken.
00:20:23: Und das ist eigentlich so dieser Meldung des Eros.
00:20:29: Erotik die auch Liebe ist aber nicht nur und nicht explizite.
00:20:37: Da gibt es keine Aufopferung, sondern einfach Art und Weise wie man den anderen und überhaupt die Welt sieht.
00:20:49: und das ist betrachtet.
00:20:51: Und deswegen ist für mich eigentlich diese ganze Zeit auch im Mittelalter häufig über die Malerei nach.
00:21:03: Maler das dargestellt haben, was sie dann sehen.
00:21:08: Wie Sie mit der Farbe umgehen.
00:21:11: und da haben wir wirklich manchmal so grottige Exemplare oder Beispiele wo wir denken, ah, das soll eben ein der größten Meisterwerke der Zeit sein.
00:21:25: aber auf der anderen Seite wenn man sich ... Man handelt Man kommuniziert immer noch mit Symbolen.
00:21:37: Das interessiert mich mal, wie du.
00:21:38: es gibt ja auch diese Erotik eher als also die unausgesprochen ist und die eher so erotisch als verzicht.
00:21:44: Da wird dir wahrscheinlich besser weil Barock war's auch noch ein tolles Werk ist und das Tolles auch mal von einer Frau geschrieben.
00:21:49: wir haben ja nicht viele Werke tatsächlich in der Zeit einfach bei Frauen daran gehindert wurden irgendwie schriftärätätig zu sein.
00:21:55: Es fing schon damit an dass Frauen halt kaum Bildung genossen konnten wenn sie Glück hatten wenn Sie vielleicht im Kloster waren da eine gewisse Bildung ist oder oft dass wenn sie vielleicht Geschwister hatten die Jungs waren dabei gesessen haben, wenn die Jungs unterrichtet wurden.
00:22:09: Es gab natürlich auch aufgeklärtere Familien in dem Sinne wo Mädchen auch Bildung genießen konnten.
00:22:16: aber das war tatsächlich nicht der Fall immer.
00:22:19: und es gibt das wunderbare Werk Die Prinzessin von Kläwe von Marie-Madeline de Lafayette also hier eine Frau, die es auch eher wirklich so nebenbei gemacht hat, die das auch anonymen erstmal veröffentlicht hat weil es war auch nicht schicklich für ne Frau zu schreiben muss man auch sagen oder oft haben sie pseudonyme genommen im männlichen Namen um sich dahinter zu verstecken.
00:22:37: Aber später auf jeden Fall in dem Leben hat sie sich auch bekannt, zu ihren schriftstellerischen Werken und Prinzessin von Kleef ist ein sehr interessantes.
00:22:45: Es wäre ein kleines Büchlein.
00:22:46: man muss sich erstmal durch einen
00:22:47: Wust
00:22:48: von Verwandtschaftsbeziehungen, Verwicklung, Intrigen, höfliche Kultur sozusagen.
00:22:55: da muss man sich so ein bisschen durchwühlen bis man dann zur eigentlichen Geschichte kommt.
00:22:59: das Problem ist natürlich dass wir die damit Ob wir keinen Bezug mehr haben zu der Zeit, die Personen auch vollkommen unbekannt sind.
00:23:05: Da muss man sich so ein bisschen durchbeißen.
00:23:06: und dann kommt aber die interessante Geschichte von der Prinzessin von Clef.
00:23:12: Die verheiratet ist in einem Mann, der sie abgöttisch liebt, aber sie ihm die Liebe gar nicht zurückgeben kann – das auch der Ehemann enttäuscht.
00:23:20: Und die Prinzessine von Clev trifft den Herzog von Nemur!
00:23:23: Das ist ein bisschen so'n Draufgänger.
00:23:25: Ja, das auch bekannt, dass er es von einige erfahren hat und auch eher verliebt sich Hals über Kopf in sie.
00:23:30: Und das Spannende ist, es passiert eigentlich gar nichts!
00:23:33: Es gibt vielleicht so kleine... Begegnungen, man schaut sich mal in die Augen.
00:23:38: Dann zieht man sich wieder zurück, weil man will ja seinen Begern oder seine vielleicht entstehende Liebe auch nicht so zeigen.
00:23:45: Dann klaut Erma zum Beispiel ein Porträt von ihr ganz heimlich.
00:23:48: Das kriegt sie natürlich mit, fühlt sich geschmeichert.
00:23:50: Es ist wirklich immer dieses Spiel.
00:23:52: Man fragt sich dann seit wo geht das hin?
00:23:55: Und das Interessante sind was damals schon extreme gesellschaftliche Debatten ausgelöst hat, dieses Werk.
00:24:01: Weil ... Was macht Prinzess vom Kleb?
00:24:03: Sie fühlt es sich so schuldig aufgrund der Situation, dass sie jemand anderes liebt und geliebt wird.
00:24:08: Und das sagt sie im Ehemann – obwohl gar nichts passiert ist!
00:24:13: Ich will es Ende nicht verraten, aber es war so, dass damals in der Gesellschaft überhaupt kein Verständnis dafür war.
00:24:20: Es gab eine Gesellschaftszeitung damals in Frankreich, der Mercure-Gallon.
00:24:27: Da gab's wirklich ne Umfrage Liebe Leserin, wie findet ihr denn das?
00:24:30: Dass die Prinzessin von Cleve das gebeichtet hat.
00:24:32: Obwohl gar nichts passiert ist und der Umfrage kam auch raus.
00:24:35: Vorkommendes Unverständnis dafür.
00:24:38: Und am Ende, das kann ich euch verraten, verzichtet die Prinzessin auf diese Liebe obwohl sie hätte die Möglichkeit gehabt aber einfach weil sie sich gesagt okay es wird wahrscheinlich so sein wenn du mich bekommst oder wenn wir zusammen sind dann würde deinem Begern aufhören.
00:24:51: und dass ist die größte Angst die ich habe.
00:24:54: Hier sehen wir genau das Gegenteil zu dieser etwas liberatinen Literatur mit Wenus im Kloster.
00:24:58: Also hier geht es eher wirklich um die Moral, um den Verzicht auch?
00:25:01: Genau!
00:25:02: Rotik ist hier ein großer Verzlicht und man riecht das Ding und denkt die ganze Zeit nun küsst euch doch mal endlich.
00:25:08: aber nein diese Befriedigung erhält der ...
00:25:10: Genau und Sexualität wird immer noch als Experiment eigentlich behandelt also ein Experiment der Macht- und Freiheit und Spiel Und das ist das, was ich eigentlich auch gesagt habe.
00:25:26: Bis dahin besonders wird eigentlich erotisch, wenn wir überhaupt darüber sprechen können, von außen.
00:25:41: Also man versucht die Aufzugdrehung eigentlich beizufügen durch Spiel, durch Verbindungen, durch unterschiedliche Freiheiten und auch skandalöse Geschichten.
00:26:05: Und ungewöhnliche mutige Entscheidungen, ob das Avelin Eloise ist oder so.
00:26:15: Aber
00:26:16: erst eigentlich mit der Romantik können wir Wirklich über Erotik sprechen, weil ich komme im Zentrum.
00:26:33: Es geht um meine Empfindung und meine Gefühle?
00:26:36: Genau!
00:26:37: Es geht nicht mehr um den Körper, den ich begehre, sondern es geht um mein Gefühl.
00:26:47: Und das spielt dir vorher gar keine Rolle letztendlich.
00:26:54: Selbst wenn es uns abvorgeht oder um diese ganz große, tolle Beispiele.
00:27:06: Rome und Juliet... Also die Besinnungslose-Liebe blieb bis zum Verrücktheit, bis zum Tod.
00:27:22: aus dem heutigen Blickpunkt Denkt man aber, warum lieben die sich so sehr?
00:27:29: Wir sind anders.
00:27:30: Das lässt einen ein bisschen kalt auch
00:27:32: oder?
00:27:32: Genau!
00:27:33: Ich meine wir genießen Spiel.
00:27:35: Wir genießen auch Sprache und Erzählung.
00:27:40: Es ist nicht so dass wir das nicht mehr... Aber Art und Weise wie wir heute diese Texte interpretieren.
00:27:49: ich glaube, dass das nur zeigt in der Geschichte uns verändert haben und wie sehr sich auch unsere Sprache verändert hat.
00:28:02: Und das glaube ich ist eigentlich zentrale Punkt, dass erst mit der Epoche – ja, das beginnt schon mit Empfindsamkeit eigentlich so diese darüber nachdenken was eigentlich los ist.
00:28:23: Da haben wir auch einige Beispiele, ich meine...
00:28:26: So Ende des achtzehnten Jahrhunderts oder so ungefähr?
00:28:28: Genau, genau.
00:28:29: Aber vorher, wie sind da gleich auch da?
00:28:31: aber vorher gibt es ja noch eine ganz ganz wichtige Epoche und zwar die Aufklärung.
00:28:36: Ja gut.
00:28:39: Die ist aber ja so wie ich sie verstehe und das ist also Das ist außerhalb allen, was ich gelesen oder gelernt habe.
00:28:53: Aufklärung ist wirklich Vernunft und Ratio.
00:28:59: Aufklärung ist eben... Aha!
00:29:03: Ich sehe die Welt.
00:29:06: Wow!
00:29:08: Also, aha das bin ich.
00:29:11: Wow.
00:29:12: Ich weiß ... Ich denke darüber nach, wie ich das erfahren konnte.
00:29:21: Ich denke drüber nach, was die Welt ist und wie wir zueinander sind.
00:29:29: Aber ich sehe da ehrlich gesagt wenig Erotik.
00:29:36: Kannst du mich an das überzeugen?
00:29:38: In unserem Sinn!
00:29:40: Du hast ja schon erwähnt, dass der große Name natürlich, der mit der Aufklärung fällt, es kannte.
00:29:44: Also der Aufklärung als der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
00:29:49: Ich glaube, das hat jeder mal gehört und es ist genau das wie du's auch sehr schön beschrieben hast in deinen eigenen Worten.
00:29:54: also man nutzt einfach mal seinen Verstand und guckt wer bin ich?
00:29:57: Wie funktionieren die Welt und auch dieses freie Denken was da propagiert wird?
00:30:03: Es gibt aber trotzdem wichtige Werke, finde ich.
00:30:05: Auch das, was wir gerade gehört haben, Eingangs ... Das ist ja ein Auszug gewesen aus gefährlichen Liebschaften von Lacloh.
00:30:16: Aber bevor wir dahingehen, gibt es auch eine Weiterentwicklung dieser sogenannten Libertin-Literatur, die wieder sehr auf die Sexualität natürlich ausgerichtet ist und du vollkommen recht, interessant zu lesen.
00:30:28: Und da ein ganz berühmtes Werk ist Fanny Hill
00:30:32: Ja.
00:30:33: Von John Cleeland, ganz interessant... Der war eigentlich gar kein Schriftsteller!
00:30:37: Er war Soldat und Verwaltungsangestellter, landete dann irgendwie im Gefängnis und da kam ein Verleger auf ihn zu der wird bekommen hat diese mit so einer erotischen oder sehr sexualisierenden Literatur das kommt gut an und hat ihnen gesagt du schreib mal was für mich?
00:30:51: Dann kriegst du ein bisschen Geld, dann kommst du vielleicht hier raus.
00:30:55: und der hat tatsächlich dann im Gefägnis Fanny Hill geschrieben.
00:31:00: Er kam dann wieder ins Gefängnis, genau deswegen.
00:31:03: Weil er diesen Ding angeschrieben hat... ...aber er hat dann irgendwie gut begrüßen
00:31:06: können
00:31:07: warum und der kam dann.
00:31:08: am Ende ist er nicht im Gefängnis gestorben oder so.
00:31:10: Er hielt sogar eine Pensionen und konnte davon leben.
00:31:13: also alles ist gut gegangen bei John Cleland Und Fanny Hill ist dahin geinteressant weil es gleichzeitig sehr sexualisiert.
00:31:20: auf der einen Seite auch so ein Sentimental Novel in der gleichen Zeit.
00:31:23: Ja das
00:31:23: ist das ja Sentimentalismus.
00:31:25: Fanny Hill beschreibt in zwei Briefen, also wir haben auch diese Briefromane.
00:31:29: Beschreibt zu einer Freundin ihren Lebensweg und sie erzählt wie Sie die jetzt glückliche Gattin ist?
00:31:35: Wie sie von der Prostituierten ihren Weg dahin gefunden hat als war ein junges Mädchen ein Weisenkind.
00:31:40: natürlich kommt nach London Und das erste was auf.
00:31:43: wenn sie trifft es eine Kupplerin die meint oh die sieht ja ganz schick aus die nehme ich mal meinen darmkreis auf landet in der Prostitution.
00:31:51: Er lernt aber relativ schnell, ihn zukünftig Mann kennt Charles, verliebt sich auch in ihm, der aber dann aus bestimmten Gründen von seinem Vater weggeschickt wird und ins Ausland geschickt wird also erst mal nicht mehr da ist und sie wird halt eine prostituierte, ist dann auch ein Edelbordell.
00:32:08: Aber das bekümmert Sie auch nicht.
00:32:09: man muss auch sagen, sie beschreibt es in den schönsten Phasen, die schönsten Farben Das was sie da erlebt hat auch mit den anderen Mädels da zusammen.
00:32:17: Also ganz berühmtes diese Szene, wo die Mädchen berichten wie sie entjunkfert wurden.
00:32:23: Also, wir haben auch ganz viel so das Wojarrismus.
00:32:26: Jungfreulichkeit ist ein Thema.
00:32:28: Typisch diese Schlüssel-Lochperspektive, weil man schaut anderen beim Geschlechtsakt zu.
00:32:32: Am Ende ist es aber so sie trifft wieder auf Charles und sie leben glücklich und alles ist gut.
00:32:37: Aber das Interessante bei Fanny Hill, Sie bereut es halt nicht ja?
00:32:40: Wie gesagt, sich spricht sehr glühend und sehr intensiv über ihre Farben die sie gemacht hat.
00:32:46: Man muss dann schon sagen, dass ist schon ... Man merkt auch, das ist von Mann!
00:32:50: geprägt.
00:32:51: Also ich musste so ein bisschen an typische Pornos denken, ja?
00:32:54: Da wird gesprochen von schreckliche Speer, steil aufgerichtete Maschine, Lustgefäß... also das sind die, woher die da benutzt wären und dann denkt okay, ein bisschen eklig jetzt, also sowas zumindest mein Empfinden ist.
00:33:08: Also sehr aus der männlichen Perspektive herausgeschrieben wie sie sich das vorgestellt
00:33:12: haben.
00:33:12: Ja aber weißt du worauf mir das ähnelt eigentlich?
00:33:20: Ja, Ritter Roman aus der weiblichen Perspektive.
00:33:27: Sie geht als ein Kind ohne jegliche Chancen in die Welt und macht etwas daraus natürlich auf männliche Art und Weise weil das ist auch immer noch eine Männerwelt.
00:33:44: Und das ist ganz klar sehr fast eine Revolution in der Literatur, ein Aufstand.
00:33:57: Also solche Werke werden verboten.
00:33:59: heute schätzen wir solche Werken als so Explosionen.
00:34:03: Das wurde auch sehr lange verboten.
00:34:05: übrigens ja also erst neunzehnundsechzig entschied der Bundesberichtshof in Deutschland dass Fanny Hill ist ein Werk der roten Literatur.
00:34:14: aber es steht nicht mal aus dem Index.
00:34:16: und da gab's sogar eine Ratia bei Beate Use Damals, nennt man es, war das.
00:34:22: Sie hat sich für dieses Buch eingesetzt und hatte mehrere Exemplare.
00:34:25: Da kam sogar die Polizei ... Guck mal!
00:34:27: Und hat dabei ihr ...
00:34:29: Jetzt sollen wir allen unseren Verlegern, die uns zuhören, raten jetzt ganz schnell Farnich Hill noch einmal zu drücken.
00:34:38: Weil durch diese Information wird wahrscheinlich das Werk wieder sehr begehrt.
00:34:44: Aber es ist, wie gesagt, sehr fallisch dominiert insgesamt.
00:34:47: Der Mann ist so potent.
00:34:49: Also das hat nichts mit der Realität zu tun, muss man schon sagen.
00:34:51: Aber trotzdem auch im Werk seiner Zeit.
00:34:53: und wie interessant ist halt was wir auch gerade am Anfang gesagt haben dass es gleichzeitig auch so eine sentimental novel in der gleichen Zeit ist also auch ne Liebesgeschichte die den Rahmen gibt für dieses ganze für ihrer Farbe?
00:35:04: Es
00:35:04: gibt ganz viele solche, also manche sind sehr groß herausgekommen weil ob das Fehlding ist oder... Das sind so Romane in dieser sentimentalen Zeitspanne, die sehr interessant sind.
00:35:34: Aber sprachlich ist das immer noch ein Experiment nicht richtig interessiert viele.
00:35:46: Unser Götter hat sich auch dafür interessiert, hat auch versucht, experimentiert.
00:35:52: Auch für den... Also Götte war auch zum Beispiel, er hat auch gerne es bewiesen.
00:35:55: Er hatte sich auch mal die Markidesade ausgeliehen, der natürlich dann nochmal sehr extrem ist.
00:36:02: Aber wie sagst du denn?
00:36:03: Wie würdest du den Manon Lescaux da mit einordnen?
00:36:09: Manon lescaux von Abé Privo geschrieben, siebzehn und dreißig von einem Mann der Kirche geschrieben.
00:36:17: Das ist vielleicht doch mal ganz interessant, ja?
00:36:20: Der vielleicht auch Willi gehandelt hat als ... Man sich vorstellt von einem Geistlichen so in seinem Lehm, hat einen sehr interessanten Lebenslauf auch.
00:36:28: und Manon Lescots da geht es ja auch wirklich... Da wird diese freie Liebe gegen jede gesellschaftliche Konvention ausgelebt.
00:36:36: Da gibt's ein Edelmann den Chevalier de Grieux, der sich in Manon lescots verliebt aber sich letztendlich ins Elend dadurch stürzt.
00:36:45: Er verliert ja alles, also er war eigentlich studiert, war ein Student und hatte so einen guten Lebensweg vor sich.
00:36:50: Aber diese Frau macht ihn halt verrückt.
00:36:52: Ja, er gibt alles auf, er hat Schulden dann auch am Ende landet dann irgendeine amerikanische Kolonie mit ihr.
00:37:00: es endet nicht sehr gut.
00:37:02: Wie ist das denn da einzuräumen?
00:37:09: auf jeden Fall.
00:37:10: Und das ist auch gehört dazu, ich meine dass eine Liebe ohne Kontrolle und außerhalb der gesellschaftlichen Normen ist eigentlich Buresverderben.
00:37:28: Das ist das Eine und das zweite.
00:37:31: wir... Ich glaube, dass wir nun Les Koch heute anders lesen alleine durch diese großartige Oper die eigentlich ...
00:37:40: Puccini.
00:37:41: Genau, das ist eine Interpretation eines Künstlers der aus einer anderen Epoche kommt und Puccine isst erotik pur und dass eigentlich er hat sich die Geschichte genommen.
00:38:05: aber Das, was eigentlich diese Musik und dieses Werk so unsterblich macht und immer wieder aktuell macht ist eigentlich seine Musik.
00:38:26: Wenn ich es so sagen darf – musikalische Erotik die einzigartig.
00:38:32: Meinst du, das wäre sonst eher ein Vergessenheit geraten dieses Werk?
00:38:35: Nein.
00:38:36: Ich glaube es werde genauso wie Marquis de Sade oder so leuchtende Punkte die eigentlich viel eh sociologisch und so kulturhistorisch betrachtet werden und analysiert werden als wirklich als ein Literaturwerk.
00:39:04: Ganz bald werden wir komplett andere Werke haben.
00:39:10: Das ist mit Aufkommen von Romantik und vor allem romantische Poesie, also beginnt die Welt sich anders darzustellen – das ist das!
00:39:22: Und vor allem eben dass sich die Sprache ändert.
00:39:28: Ich glaube wenn wir über die Erotik sprechen Und die Geschichte, oder wenn wir versuchen diese erotische Fäden durch die Literaturgeschichte zu verfolgen.
00:39:44: Wir verfolge eigentlich die Geschichte der Sprache und wir verfolgern eigentlich Geschichte der sprachlichen Äußerungen wie Menschen oder wie wir verwenden, was wir mit der Sprache und in der Sprach suchen.
00:40:09: Und wir suchen nicht mehr Geschichte sondern ab so einem gewissen Punkt beginnen wir eigentlich uns selbst zu suchen In der Sprachen und in die Literatur das was uns ausmacht und was auch alle Schichten, die durch die Geschichte dazukommen.
00:40:40: Wenn wir jetzt noch in der Aufklärung kurz noch bleiben bevor wir dann Richtung
00:40:44: Romantik auch endlich gehen?
00:40:46: Ich weiß du wartest da nur drauf aber
00:40:48: wir haben ja noch eingangs gehört.
00:40:50: ein Auszug aus gefährliche Liebschaften.
00:40:52: ich habe schon gesagt wann hast du gefährlich lieb schaften gelesen?
00:40:55: wenn das zu dich
00:40:56: ich glaube ich hab dass im an der Fakultät.
00:41:02: Als ich studiert habe, musste ich das natürlich lesen.
00:41:06: Das war im Aufgabenprogramm oder auf unserer Liste.
00:41:15: Aber ich hab das noch einmal gelesen als ich geheiratet habe und zwar... Ich weiß auch nicht womit das zusammenhängt ob das irgendeine Diskussion war oder so was.
00:41:35: Ich habe das noch einmal in die Hände genommen und ich erinnere mich, dass ich das anders gelesen habe als damals an der Uni.
00:41:47: also an der uni habe ich wahrscheinlich nur den text eben durch den Decks gerannt.
00:41:57: Pflicht legt höhere Halt, man liest zusammen lesen muss.
00:42:00: Genau,
00:42:01: genau.
00:42:02: Aber es ist ein großer
00:42:03: Unterschied.
00:42:05: Und ich erinnere mich auch nicht mehr was ich da alles Neues gefunden habe... Aber ich habe das nicht jetzt gelesen, dass bist du.
00:42:15: Also ich hatte ja meine ersten Berührungspunkte mit dem Werk tatsächlich durch eine Adaption dieses Werkes und zwar es gab den Film.
00:42:25: Einige erinnern sich vielleicht von euch Das war so ein Film meiner Jugend auch Eiskalte Engel Cool Intentions Mit Sarah Michelle Geller und Ryan Phillip und Reese Witherspoon Genau.
00:42:37: Und das ist nämlich genau diese Geschichte, die danach empfunden wurde und ich musste halt dann tatsächlich ... Das ist ja mal interessant was einen so prägt als ich das jetzt noch einmal gelesen habe.
00:42:45: Ich hab es zweimal gelesen.
00:42:47: Musste ich tatsächlich immer diesen Film vor Augen.
00:42:50: Ist auch so interessant.
00:42:51: die Einflüsse dann auch.
00:42:53: Dieses Werk wurde geschrieben von La Clore oder wenn man diesen ganzen Namen haben will der klingt so schön Pierre Amboise François Giordero de
00:43:02: la Clore.
00:43:04: Naja!
00:43:05: Schön War ein Franzose.
00:43:10: Und das Spannende, wir haben ja gerade schon Eingangs den Text gehört.
00:43:13: also hier geht es tatsächlich darum dass Sex und Liebe hier ein Mittel zum Macht sind die werden benutzt.
00:43:22: Also hier geht's ganz viel um so kalkulierte Verführung Um das Spiel auch Das ist alles auch so'n bisschen verschlüsselt.
00:43:30: Es geht um Strategie, Verführungen und Annäherung immer sich hinbewegen wieder weg bewegen.
00:43:36: Und das ist auch eine ganz spannende psychologische Analyse.
00:43:39: letztendlich, weil es ist ein Briefroman.
00:43:42: Wir haben verschiedene Briefe von verschiedenen Personen die sich äußern und das Tolle ist hier der Leser hat immer das Gefühl so ein bisschen Vorteil zu haben, also gewisse Positionen der Überlegenheit auch, weil man kennt ja die Briefer von allen.
00:43:57: Protagonisten.
00:43:58: Die kennen die anderen Briefe nicht, also man ist so ein bisschen über den Dingen, man sieht wie sie verfolgt und es geht tatsächlich im Mittelpunkt steht die Marquis und die Marquise de Merteuil muss genauer zu sagen und die spinnt halt in Trigen gilt als ganz moralisch unantastbar eigentlich.
00:44:24: Aber in den Briefen zeigt sich halt, dass sie da ihre Fähden spinnt und sie hat einen guten Freundin wie Comte Balmonde?
00:44:29: Und denen instrumentalisiert sie letztendlich auch um in der Pariser Gesellschaft dafür Unruhe zu sorgen.
00:44:36: Sehr sehr spannend auch, auch sehr im aufklärischen Sinne muss man sagen.
00:44:41: ja also es ist etwas was von Rationalität auch getrieben wird.
00:44:44: das ist ja so ein bisschen negative Ausdeckung auch der Aufklärung.
00:44:47: ich handel nach meinem Verstand meiner Vernunft.
00:44:50: alles ist jetzt zweckorientiert und es endlich handel ich auf ein Ziel hinaus, auf ein sehr persönliches Ziel.
00:44:55: Da geht's auch nicht darum um Empathie oder um die Gefühle der anderen sondern Ich hab'n ganz klares Ziel und das möchte ich auch erreichen mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen.
00:45:04: Also auch so bisschen im Sinne von Marquis de Sardt, der das ja noch mal bis zum Extrem getrieben hat.
00:45:11: Gehst du damit diese Einschätzung?
00:45:13: Ja, aber Aufklärung ist Aufklärungen Und ich meine Erotik hat eigentlich wenig mit Aufklärung zu tun.
00:45:24: Ja, aber war halt auch ...
00:45:27: Seitdem wir sagen also... Wir können das auch sagen?
00:45:33: Ich meine man kann ein erotisches Verhältnis gegenüber Vernunft entwickeln.
00:45:39: ja könnte man auch sagen ich meine wir können unterschiedliche Verwendungen des Begriffs verwenden oder Auslegen.
00:45:58: Wollen wir jetzt Richtung ... Oh
00:45:59: ja, danke!
00:46:02: Was denkst du?
00:46:03: Ist es noch erwähnenswert?
00:46:05: Du hattest schon den englischen Symptomatalismus ein bisschen erwähnt.
00:46:08: was ist denn noch eigentlich wenn wir noch gar nicht erwähnten in keinem Podcast in keiner einzelnen Folge aber der natürlich ein großer Meister?
00:46:18: oder wenn man an die deutsche Literatur denkt, denkt man an Und bevor wir zur Romantik gehen, was ist denn eigentlich mit dem Sturm und Drang?
00:46:34: Der ja schon in die Richtung dann auch geht.
00:46:37: Eine wichtige deutsche Epoche!
00:46:40: Wir haben was welches Werk?
00:46:41: dafür steht es natürlich der Werter – Die Leiden des jungen Werters Habe ich auch noch mal gelesen, du.
00:46:46: Und in mir ist ein bisschen das passiert, was bei dir passiert?
00:46:48: Ich glaube, ich habe es jetzt dritte oder vierte Mal gelesen und man liest es natürlich mit den Jahren auf anders...
00:46:52: Ja immer anders!
00:46:53: Also für mich war's damals auch eine Pflichtlegtyp, wo man auch denkt okay, was ist das?
00:46:57: Was ist los mit diesem
00:46:58: Mann?!
00:46:58: Hat der eine Vollklatsche?
00:47:00: So, so habe ich das damals als Jugendliche gelesen im Literaturunterricht oder Leistungspostdeutsch.
00:47:05: Ein Sohn hat es nicht mehr gelesen.
00:47:07: Dein Sohn hatte es nicht gelesen und es hat
00:47:08: rumgekommen.
00:47:09: Vielleicht war er dazu gezwungen aber ich glaube dann hat er sich einen Film rein gezogen.
00:47:14: Ja, das gab ja damals auch schon Zusammenfassung im Internet.
00:47:16: Das fing ja damals gerade an.
00:47:18: also ich erinnere mich auch auf die kleinen Reklamhefte wo man dann auch die Zusammenfassung einfach mal gelesen hat.
00:47:23: Und der Sturm und Drang ist ja auch eine Epoche, die sich ja auch sehr von der Aufklärung so ein bisschen distanziert.
00:47:31: Hier geht es ja um die Gefühlexplosionen
00:47:35: und
00:47:35: Drangen.
00:47:36: Also das war ja schon eine wichtige Proche auch.
00:47:41: Man hat sich aufgelehnt gegen Autoritäten, gegen bürgerliche Zwänge und da kommt halt dieser Werter ins Spiel der so emotionsgetrieben letztendlich ist, dass er sich am Ende – ich glaube es ist keine Überraschung, viele haben's gelesen, sich das Leben nimmt!
00:47:56: Weil er gesehen hat, dass seine Liebe zu der Lotte die erst verlobt war aber dann auch geheiratet hat.
00:48:02: Dass sie sozusagen kein Ziel hat.
00:48:04: also die geht ins Leere und auch das ein bisschen ja... Das er auch gesagt hat Er macht das auch Lotte zur Liebe um als Opfer sozusagen für die Ehe von Lotte und ihren Albert.
00:48:17: Also alles ist ein bisschen viel.
00:48:19: Ja wo man auch denkt Ja
00:48:20: weil wieder mal Die Frau ist verderben, die Liegen Die Liebe führt, die praktisch nicht entgegnete Liebe führt zu verderben Tod.
00:48:36: Also ich würde mich nicht an Goethe wagen ehrlich gesagt, weil das ist ein Symbol der deutschen Sprache.
00:48:52: Es gibt so viele Absoluten und Experten.
00:49:00: Und alle, jede Germanist würde sich eben verletzt fühlen wenn wir jetzt Gölte aus einem sagen wir nicht bio-deutschen Blick analysieren wurden.
00:49:18: das würde ich nicht wagen alleine also Schiller E.
00:49:26: Ja, wir wollen ja jetzt auch kein Seminar über Goethe halten und das trauen wir uns natürlich gar nicht.
00:49:30: Aber trotzdem steht das Werk schon auch denke ich für... ... erotische Literatur, weil sich die Erotik auch entleht in so kleinen Szenen.
00:49:37: Ich habe dir das vorhundert mal noch gesprochen... ... als wir überlegt haben, die Auswahl des Auszugs aus dem Anfang nehmen und da gibt es ja diese berühmte Szene mit diesem Kanainvogel zum Beispiel.
00:49:46: Ja,
00:49:46: mit süßen Mund!
00:49:47: Mit süßem Mund also muss man sich vorstellen Werter ist bei Lotte hat sie ja oft besucht immer Und Lotte hatte jetzt einen Kanain-Vogel der eigentlich für ein Geschwisterchen gedacht ist.
00:49:57: Sie hatte irgendwie ganz viele Geschwisters um die sie sich kümmert.
00:49:59: Das ist auch dieses berühmte Bild von Lotte, die das Brot schneidet für ihre Geschwister.
00:50:03: Es ist ja so eine ganz berühmtes Szenar aus dem Werk und sie hat einen kleinen Kanainvogel und sie sagt dann guck mal Werter wie er mich küsst und der knabbelt da an ihrem Mund rum und dann gibt's ihm den Kanain Vogel.
00:50:13: Komm lass dich auch mal küssen!
00:50:15: Und für ihn ist es eine ganz füchterliche Situation weil dieser Kanain-Vogel ihren Mund berührt hat und dann übergibt sie ihn an Werter und der diese Kanain Vogel überleckt oder weiß ich, knabbert da an seinem Mund der sagt, nein Lotte das ist eigentlich zu viel.
00:50:30: Also er denkt das zumindest, dass es mir... Das möchte ich nicht und das ist so erotisch aufgeladen.
00:50:36: Es finde auch ein ganz gutes Beispiel dafür, auch wenn's vielleicht schon sehr oft durchgekauert wurde aber ich denke es ist auf jeden Fall erwähnenswerte Wert.
00:50:43: Absolut!
00:50:43: Und ich meine ... Ja und sicherlich alleine diese Position von Werther der sich fragt was sagt dieses Begehren über den Menschen über mich aus.
00:51:00: Das ist eben eine Wendung und auf jeden Fall erwähnenswert, um Gottes Willen es gibt so viele wunderbare Momente besonders in der Poesie von Goethe die ich als Meisterwerke der erotischen Literatur Also benennen könnte und würde.
00:51:32: Das war ja auch noch dieser Sturm- und Drangzeit, warum will ich sehr kurz muss man sagen?
00:51:35: Ja aber
00:51:36: du weißt dass ich eigentlich also mit der Romantik komme ich noch irgendwie zu Recht und Realismus und Nahdrealismus und so... Aber meine Zeit ist die Moderne und ich bin irgendwie da wirklich Blicke alles aus dieser Perspektive, weil ich weiß was für Moderne bringt er richtig?
00:52:02: Erotik als Thema.
00:52:06: Als auch als Vehikel eigentlich.
00:52:11: Ja aber ich finde es ja auch wichtig dass wir deswegen machen wir das ja auch uns die Entwicklung dahin erst mal anschauen, weil es gibt ja auch diese.
00:52:16: auch die Moderne ist ja nicht aus dem aus dem leeren Raum entstanden sondern diese ganzen Werke, die wir jetzt auch haben.
00:52:20: Das ist ja die Entwicklung natürlich da hin
00:52:22: Absolut.
00:52:23: Und große Schritte oder ein großer Punkt, nicht Punkt!
00:52:31: Ein Berg ist Götter und absolut.
00:52:35: Und er ist Sublimation von allem was eigentlich... Also für mich ist es eigentlich Faust.
00:52:46: Ja
00:52:47: natürlich.
00:52:48: Etwas womit ich wirklich fast jeden Abend ins Bett gehe und morgens aufstehe.
00:52:57: Also ein Text ohne Beginn und ohne Ende, eine umfassende und also für mich ist Faust alles.
00:53:13: Und deswegen...also ich blicke immer so mit Angst eigentlich auf alle andere Werke von Goethe vielleicht nicht in Richtung seiner Dichtung, weil da bin ich auch ziemlich gut oder stabil auf meinen Beinen.
00:53:34: Aber bei Werter bin ich eigentlich ... Da bist du viel besser gewappnet.
00:53:42: Also das stören mich dann diese allgemeine Plätze, weißt du?
00:53:47: Wenn ich süß am Mund höre, denke ich, oh, war ja!
00:53:53: Wobei das natürlich doch als Recht, das muss man in Kontext sehen.
00:53:57: Für
00:53:57: die damalige Zeit?
00:53:59: Klar!
00:53:59: Also, da ist jemand so von seiner Leidenschaft hingerissen.
00:54:03: Von seinen Gefühlen übernannt dass er sich am Ende auch das Leben nimmt was ja auch wie wir alle wissen es auch kein Geheimnis eine extreme Euphorie und Nachahmung vor allem auch ausgelöst hat in der damaligen Zeit.
00:54:14: also viele junge Männer haben des Wertes lebensweg sozusagen für sich auch übernommen Und haben sich wirklich in der zeit dieser Ja auch was ich fühlsexpresuren was sie erlebt haben sich auch das leben genommen.
00:54:26: ja Es gab ja ne geregliche wärter hysterie das muss man sich mal vorstellen sagen wir mal, der erste Popstar.
00:54:32: Aber wie gesagt eine ganz kurze Zeit und weil dann sind wir ganz schnell in der Weimarer Klassik.
00:54:36: auch ja wo es da wieder um Raminie geht man zügelt sich wieder etwas.
00:54:39: die Antike ist so ein Idealbild zu dem man hinauf schaut.
00:54:43: wichtig ist Und den von Aristoteles, die Einheit von Ortzeit und Handlung.
00:54:48: Das war relativ kurze Zeit.
00:54:51: In der Weimar-Klassik hatte er über Dostel eine Gedichte erwähnt.
00:54:54: Ich glaube, es ist ein wenigstens erwähnungswert und dass wir jetzt da ganz tief einsteigen sind natürlich die romischen Elegien von Goethe, die an Rom geschrieben haben also sehr sinnliche Gedichte... Ja
00:55:05: das ist das was für mich wirklich Begriff Erotik in der Literatur ausmacht.
00:55:12: oder alleine dieses Mini-Meisterwerk über den Gipfel Nesru.
00:55:20: Es ist etwas, was eigentlich ich in meiner Interpretation als... Ja.
00:55:31: Und da vielleicht das wo du hin willst?
00:55:32: Aufregend!
00:55:32: Also um so eine Idee.
00:55:33: von den Ideen gehen wir ein ganz kurz.
00:55:35: Ich relese nicht alles vor nur vier Zeilen.
00:55:42: Es war ja auch nicht alles, wurde sofort gedruckt.
00:55:45: Weil das vielleicht zu antstrüßig damals für die Zeit war.
00:55:47: oder es wurde als priapisch bezeichnet.
00:55:50: Ja, Priapisch, klar!
00:55:51: Priapish waren Fruchtbarkeitsgott mit einem kleinen Mann, kleiner hässlicher Mann mit einen ganz großen dauerhaft irrigierten Glied.
00:55:58: Das war dieses Priapos und es wurde so benannt und deswegen hat das erst später veröffentlicht.
00:56:04: aber wo du vielleicht auch hin willst... Also ein kleines Zitat aus der Elige Fünf.
00:56:17: Ja, das ist
00:56:32: das!
00:56:33: Oder?
00:56:33: Da sind wir doch jetzt da wo du hin wolltest.
00:56:37: Hexameter, also Rhythmus.
00:56:43: Rauch und alles wunderschön in Form gegossen auf.
00:56:47: Ja, absolut!
00:56:47: Da ist ja jedes Wort wohl überlegt muss man sagen.
00:56:51: Also weg von dieser Gefühlexplosion, von diesen Ausrufen was wir noch im Sturm und Drang haben das ist schon
00:56:58: sehr gut.
00:56:58: Man verlängert sein Leben um Jahre mit diesen Versen.
00:57:03: Klar natürlich Und das ist das.
00:57:06: Da beginnen wir wirklich, sagen wir so... Wir haben bisher immer so Erotik und Sexualität mischen müssen um zu schauen wie sich überhaupt dieser Ausdruck entwickelt hat.
00:57:25: Wie sich überhaupt diese Befreiung von allen möglichen konventionellen, unkonventionellen religiösen moralischen Zwängen.
00:57:40: Wie das passiert ist.
00:57:42: und jetzt kommen wir aber dazu dass wir wirklich verstehen was das ist und nachempfinden nachvollziehen können weil in Grunde genommen wir versuchen etwas zu beschreiben was eigentlich erlebbar ist, aber unbeschreiblich.
00:58:05: Das ist richtig!
00:58:06: Es ist immer wieder erstaunlich dass die Sprache und die große Meister der Sprache es schaffen das auch unaussprechlich erleber zu machen.
00:58:25: Und das gibt ja auch ein tolles Werk des Letztes von Goethe, was so den Übergang zur Romantik so ein bisschen zeigt.
00:58:29: Oder
00:58:30: unausgesprochen erleber zumachen genau das.
00:58:34: Genau und wie gesagt es gibt dir auch so einen Werk, was ein bisschen zu Üergang zur romantik geht vom Goether weil's auch so ein bißchen mystisch ist und es nimmt auch so'n bisschen diese Ehromane vorweg und dass sie die Wahlverwaltung schafft.
00:58:45: Ja!
00:58:49: Das ist schon eine andere Nummer.
00:58:51: Ja, das war der Name Wahlverwandtschaften.
00:58:54: Das ist eigentlich ein Begriff aus der Chemie.
00:58:56: tatsächlich!
00:58:57: Da geht es darum, wenn es zwei chemische Verbindungen gibt.
00:59:01: Die aus zwei Bestandteilen bestehen.
00:59:03: also wir haben eine chemische Verbindung da zwei Bestandeile und die nähern sich jetzt.
00:59:09: Und dann ist es so dass der eine Bestandteil einer Anziehung hat zu den anderen Verbindenden mit dem Bestandtheil und so lösen sie sich aus und bilden eine neue Kombination.
00:59:18: das jetzt mal sehr einfach dargestellt Und das ist auch so interessant, weil er diesen Titel natürlich sehr bewusst wählt.
00:59:25: Weil das nämlich genau was passiert!
00:59:27: Wir haben eine sehr gut laufende Ehe, tatsächlich eine alte Jungtliebe von Edouard und Charlotte.
00:59:35: Wart und Charlotte, mit Deutsch ausgesprochen.
00:59:37: Und da kommen aber einmal einen Hauptmann und einmal eine ... das ist glaube ich die Nichte genau der Nichte von Charlotte.
00:59:43: Die Ottilie kommt dazu.
00:59:45: Otto und Ottilier auch schön.
00:59:46: Otto-und Ottilien ja ähnliche Namen!
00:59:49: Und die bringen das alles so ein bisschen durcheinander.
00:59:52: Und gerade der Eduard, der sich da sehr wenig zurückhalten kann.
00:59:58: Also Charlotte ist eher da... ...ist sich bewusst auch der Hauptmann.
01:00:01: Nein wir können es jetzt hier nicht übertreiben und sind da sehr auch ja wissen das.
01:00:08: Da gibt's eine Anziehung aber die können das dann auch gut dagegen ankämpfen.
01:00:11: Das kann leider Eduard nicht!
01:00:13: Und das Tolle ist auch, da gibts so ne wunderbare Szene.
01:00:16: also beide sind ein bisschen verliebt in niemand anderes und die beiden treffen sich aber dann also Eduard und Schalotte im Schlafzimmer.
01:00:23: Und schlafen auch miteinander, aber fühlen sich ganz schlecht bei sie immer an jemand anderes denken.
01:00:29: Und tatsächlich entsteht aus diesem Abend ein Kind.
01:00:34: Das Tolle ist, dass man diese mystischen Elemente schon bisschen ... das Kind sieht aus wie der Hauptmann, also Otto und wie die Nichte von Schlatter Othilje.
01:00:43: Also auch ganz toll, als er beschreibt es auch so wahnsinnig gut!
01:00:46: Da kriegt man richtig einen kleinen Schauer, läuft einem da über den Rücken, wie er das beschreibt... Und einfach wird auch wunderbar beschrieben.
01:00:56: diese Gefühlsschwankungen auch, die vor allem Eduard durchlebt in seiner Liebe zu der jungen Frau Othirje.
01:01:06: Denke ich mein guter, wie ich es schon gesagt habe ist so die Verbindung zwischen der Weimarer Klassik und der Romantik.
01:01:13: Und ... Die Romantique?
01:01:16: Ja denn da jetzt überlasse ich dir mal das Wort!
01:01:21: Na ja, die Romantike ist
01:01:22: romantik,
01:01:23: ne?!
01:01:23: Aber was ist denn, was sagst du denn?
01:01:26: Du hast ja schon ein bisschen angesprochen aber was ist den jetzt dieser große, vielleicht nochmal zusammengefallen sind diese sehr große Bruch einfach, den wir in der Romantic erleben im Bezug auf die Literatur des Begehrens
01:01:37: Ja, also sagen wir so vor dem achtzehnten Jahrhundert oder ist Erotik eigentlich als Ordnung oder Verfehlung lesbar.
01:01:54: Und in Romantik eigentlich entdeckt man das Gefühl und innere Welt, dass es erotisch wird eigentlich eine Sache des Inneren.
01:02:14: Und vor allem eben in der Romantik findet man Erotik nicht mehr in der Sexualität, sondern ist Art und Weise wie man die Welt betrachtet und sieht.
01:02:33: Aber es hat auch so ein bisschen mystische Elemente.
01:02:36: Traum spielt ja auch eine große Rolle, also das ist ...
01:02:39: Traum spielt große Rolle
01:02:41: in
01:02:41: Erinnerung, Fantasie, Scham, Sehnsucht, Projektion, Obsession, dass alles eben spielt ganz große Rolle.
01:02:54: aber es ändert sich komplett auch Art und Weise, wie man das beschreibt.
01:03:01: Das wird nicht mehr erzählt.
01:03:05: Erotik braucht keine Erzählung bzw.
01:03:09: Sexualität spielt.
01:03:13: Sagen wir so, Sexualität trennt sich eigentlich von der Erotika.
01:03:21: Es ist nicht so dass es Sexualität ohne Erotikk bleibt oder erotikkone Sexualität aber wir haben schon zwei unterschiedliche Position.
01:03:32: Das heißt Art und Weise wie wir die Welt erleben, wie wir Liebe erleben ,wie wir den anderen erleben Und das was wir empfinden und was für Details eigentlich uns auffallen.
01:03:50: Erotik wird zu Hauch zum Atem vielleicht zu einer Haarlokke wird zu Rausch in den Bäumen.
01:04:15: Es ist eigentlich ein sinnliches Erlebnis oder eine sinnliche Art und Weise, wie wir die Welt
01:04:24: erleben.".
01:04:25: Wie schliegt sich das dann wirklich konkret in der Literatur der Dieder?
01:04:29: Also verleden wir jetzt auch so ein bisschen diese Form.
01:04:31: Wir haben immer dieses nach Aristoteles, also Aristoteleseinheit der Handlung, Zeitort.
01:04:36: Gibt es da schon eine gewisse Auflösung denn dadurch?
01:04:39: Weil wie du das beschreibst verändert sich ja dann die Sprache.
01:04:43: Es geht... Das ist meine Meinung.
01:04:51: Die romantische Erotik brachlichen Verfahren eigentlich verbunden.
01:05:01: Und zum Beispiel Fragmentierung des Körpers findet statt.
01:05:08: der ganze Körper verschwindet, stattdessen erscheinen einzelne Körperteile Haare, Lippen Hände Augen Hals Atem Brust.
01:05:23: Also der Körper wird nicht anatomisch beschrieben, sondern in Detail zerlegt.
01:05:29: Weil das ist das, wo mein Blick gerade ruht.
01:05:36: Man denkt zum Beispiel an Kiez, Baudelaire oder Affanassifet ein Haar genügt und den ganzen Körper hervorzurufen.
01:05:51: Diese Fragmentierung hat einen wichtigen Effekt.
01:05:55: Einen wichtigen Infekt der Leser, der lesen gegen den Rest.
01:06:01: und darum geht es!
01:06:03: Und ich bin immer so glücklich wenn ich das
01:06:07: merke.
01:06:10: Es ist nicht der Dichter derjenige der mir erotisch befehlt sondern er blickt in die Welt und ich lese seine, seine Worte oder Wörter.
01:06:28: Und die lösen bei mir eigentlich in der
01:06:32: Interpretation.".
01:06:34: Also erzähle ich die Geschichte sozusagen für mich dann weiter?
01:06:37: Ja.
01:06:37: Kommt mal das so ein bisschen, ja?
01:06:40: Ja!
01:06:40: Das ist das... Die Sprache wird dadurch erotischer als eine vollständige Beschreibung.
01:06:48: Also dann ist der diese ... Die ganze Welt leuchtet ganz anders.
01:06:54: Auch Körper eine Frau, die vielleicht nicht perfekt ist.
01:06:58: Ich beschreibe nicht wie ihre Wölbungen ästhetisch sind oder sowas wie ihr Mund süß ist.
01:07:05: also dieser Süßewund hat mich jetzt
01:07:08: echt umlaufen.
01:07:08: Und der Kanainvogel?
01:07:09: Ja
01:07:09: genau!
01:07:10: Sondern man sieht ein Detail und Art und Weise Dieser große Dichter, das in die Sprache bringt.
01:07:27: Da dieser Raum ist voll erfüllt von Erotik und das ist das was für mich eigentlich dann auch diese Sönäste sie also Die Sinne man hört eigentlich dürfte Man fühlt Licht Farben schmecken Atem wird Musik.
01:07:53: Baudelaire macht daraus später ein poetisches Programm.
01:07:59: Genau, aber schon Keats arbeitet ständig damit.
01:08:04: Da sind die englische Romantiker noch einen Tick stärker.
01:08:12: Erotik entsteht dadurch als Übersteigerung der Wahrnehmung eigentlich Und daher diese Sinnlichkeit, dann Ritmus als Körper.
01:08:24: Das ist das was du gerade jetzt gelesen hast ich meine bei Goethe.
01:08:29: Er schreibt Hexameter auf ihren Rücken.
01:08:34: Das is vielleicht das wichtigste Merkmal.
01:08:37: der Körper erscheint nicht als Gegenstand er erscheinnt als Rhythmus, als Musik.
01:08:45: kurze und lange Verse emitieren Atem, Annäherung, Beschleunigung, Zügarn, Erschöpfung.
01:08:56: Man könnte sagen die romantische Erotik liegt oft nicht in den Wörtern sondern im Metrum.
01:09:07: Das sind so für mich immer noch wenn ich das merke, wenn ich dass sehe.
01:09:13: da sind für mich diese Aha-Erlebnisse wo ich denke ja Deswegen habe ich Literatur studiert und deswegen ist das mein Leben.
01:09:24: Bei Kids oder bei Yates, noch bei Yats wobei Yates jetzt aber später Romantiker... Ich meine alle diese Lässig beobachten wie Anjaumon zum Beispiel.
01:09:37: Wiederholung und Klangfiguren eine körperliche Bewegungszugerehe.
01:09:43: Ein großer Meister echt!
01:09:45: Oder dass Begehren ersetzt die Erfüllung.
01:09:50: Das heißt, die Romantik interessiert sich wenig für den vollzogenen Akt.
01:09:55: Es
01:09:57: geht eher um die Sehnsucht
01:09:58: auch oder?
01:09:59: Ja es interessiert sie für Erwartung, Annäherung, Erinnerung, Verlust, erotische Spannung nicht Entladung.
01:10:11: Deshalb enden romantische Liebesgedichte häufig unmittelbar vor der Vereinigung.
01:10:19: Also, ich betrachte... Im Blick ist eigentlich Erotik.
01:10:26: Wir sind hier v.a.
01:10:27: in der Gattung der Poesie dann auch?
01:10:29: Ja.
01:10:30: Ja, Roman und Erotika ist wieder... Roman ist immer eine Erzählung nicht immer.
01:10:40: Nicht immer!
01:10:40: Aber dazu kommen wir in die modernen... Joyce ist keine Erzählung.
01:10:48: Also, Joyce Roman ist was anderes.
01:10:52: Es ist überhaupt diese ganze Stream of Consciousness und Virginia Woolf und Fockner.
01:11:02: Da würde ich nicht jetzt verallgemeinern.
01:11:05: Aber wir hatten bisher eben erotik als Erzählung, als eine Geschichte.
01:11:12: Und die Geschichte beschreibt Sie malt die Szene und wir müssen uns die Szenen vorstellen.
01:11:21: Und wenn ein Held oder eine Hauptfigur verliebt ist, dann müssen wir uns bei Hamlet... Ophelia vorstellen, wie sieht sie aus?
01:11:34: Sie hat lange Haare.
01:11:37: Also da muss jemand einen Schauspieler sein oder eine Figur sein, damit wir diese ganze Szene realisieren können.
01:11:49: und hier haben wir eigentlich keine Erzählung mehr.
01:11:52: Wir haben nur Details und Fragmenten.
01:11:55: Und was gibt dir einen sehr berühmten Roman aus der Romantik, Lucinda?
01:12:01: von Friedrich Schlägel.
01:12:03: Aber das war ja damals sehr kritisiert, weil es halt auch so fragmenthaft war und es wurde auch damals sehr kritisiert, weil er hat es als Roman betitelt.
01:12:14: aber man hat da dieses typische Narrativ was man auch hat diese Stringenz die Struktur einer Handlung da nicht mehr erkennen können.
01:12:21: Genau genau das ist es.
01:12:24: Das bist du ganz gut eigentlich auf dem Gute Fahrt.
01:12:32: Bin ich mal auf dem richtigen Weg?
01:12:33: Du bist auf dem richtige Weg!
01:12:38: Es ist auch ganz interessant, dass in der romantik Natur übernimmt die Rolle des Körpers.
01:12:48: Manchmal ist es symbolisch und manchmal doch nicht.
01:12:52: Bei Hoffmann ist das die Fantasie.
01:12:55: Bei Hofmann ist der Spiel erotisch Musik auch, so Ritmus.
01:13:05: Dass die deutsche Sprache erotisch sein kann, das glaubt man nicht solange man nicht die deutsche Poesie gelesen hat und in deutscher Literatur.
01:13:14: erst da wirst du so hoffnungslos richtig verliebt in der Sprache, in die Sprache.
01:13:22: Und das ist es also Windblüte, Wellen... Also das isst Das ist in der Romantik eigentlich eine Natur ersetzt körperliche Bewegungen.
01:13:39: Mond, Früchte, Vögel und Wasser.
01:13:46: Die gesamte romantische Natur Lyrik ist auch erotisch.
01:13:57: Und wie passt da Lord Byron rein?
01:14:01: Der sagt mal aus einem Romantiker, mit seinem Donghwan vor allem.
01:14:05: Ja ... Mit seinem Donghorn genau?
01:14:09: Der Donghorn der ja hier im Gegensatz ...
01:14:11: Aber auch sein Manfred
01:14:13: und es ist... Weil das ist ja auch Satire!
01:14:16: Ja man lacht sich halt, man denkt ja erst mal okay wenn man jetzt so ein Roman hat es sind äh sechzehn tausend Zeilen alles in Fersen geschrieben, der Donghorn.
01:14:23: Ich bin immer um den Gott.
01:14:24: aber wenn man sich da einmal einmal traut und das liest stellt man wirklich fest, man ist dann sehr gefesselt.
01:14:32: Das Interessante ist ja auch bei ihm wie er die Figur des Don Juan aufbaut, weil eigentlich ist es ja ein Frauenfeld, das ist derjenige, der verführt und bei Lord Barion ist es tatsächlich umgeklärt.
01:14:42: also Don Juan ist letztendlich jemand, der von den Frauen verführt wird.
01:14:48: Ja, das
01:14:49: ist die Sache mit Bayern.
01:14:51: Das ist sehr witzig wie er es auch beschreibt.
01:14:54: also einmal wird da von der Frau des Sultans gesehen und die lässt ihn dann kaufen und er muss dann als Frau verkleidet im Haare nächtigen und dann ist auch die Katharina die große weil irgendwie kommt eine Verwicklung nach Russland mehr oder weniger verliebt, dann ist er in England.
01:15:14: Also wirklich eine wilde Reise die er Don Juan da erlebt.
01:15:18: Das Werk wurde ja auch nie vollendet.
01:15:20: und aber wie gesagt das ist so ein Satire drin und der ist auch so ein schöner Wanderung letztendlich durch die Literaturgeschichte bei ihnen.
01:15:28: Er bezieht sich auf Dante ganz viel, auf Betrag, auf Boccaccio.
01:15:32: Er spricht über die Stellung der Frau Dass die Frau letztendlich machen kann, was sie will.
01:15:37: Am Ende landet sie eh in der Ehe und er war ja an sich auch laut Bayern ein ganz interessanter Mensch also eine unglaubliche interessante Biografie auch.
01:15:44: Er hat viel erlebt musste dann aus London fliehen aufgrund seines sehr ausschweifenden Lebensstils Und ich fand es auch so witzig.
01:15:52: er hat zum Beispiel auch ne sehr eindeutige Meinung zur Ehe gehabt.
01:15:56: er hat zb gesagt Ich habe noch niemanden gesehen der durch die Ehe gewonnen hätte.
01:16:03: Alle meine kopulierenden Zeitgenossen sind glatzköpfig und unzufrieden.
01:16:07: Aus dem fährt eine Ehe besser mit Achtung und Vertrauen als mit Romantik?
01:16:12: Ja, also bei Bayern findet ... Also seine Erotik ist nie da wo man sie erwartet sondern sie liegt woanders.
01:16:28: Sie liegt eigentlich in seinem Leben und in seinen Werken ist wenig erotisch.
01:16:40: Und warum?
01:16:40: Also, er ist eigentlich dramatisiert.
01:16:47: Er verkörpert nicht.
01:16:50: Und er erzählt.
01:16:52: Er inszeniert.
01:16:55: Er reflektiert aber bei ihm gibt es keinen Hauch bei ihm gibt es Spiel.
01:17:03: Also, she walks in beauty.
01:17:07: das ist ein seiner berühmtesten Gedichte und es ist wunderschön.
01:17:16: aber es ist nicht erotisch.
01:17:20: und es gibt Licht und Nacht und Sterne und Harmonie.
01:17:27: Aber das bedeutet eigentlich wenig.
01:17:30: Es gibt kein Atem, es gibt keine Haut.
01:17:34: Also das Gedicht bleibt kontemplativ.
01:17:40: Don Juan ist hier liegt bei uns eigentlich erotisch.
01:17:45: Das was du erwähnt hast.
01:17:48: Aber anders als bei Baudelaire oder bei Affanasia Fett Sie entsteht aus Ironie gerade gesagt aus Spiel, aus Dialogen, Verführung, Komik.
01:18:06: Das ist Bayern.
01:18:08: Bayern erzählt ständig erotische Situationen.
01:18:12: Aber sie sind nicht wirklich erotisch?
01:18:15: Ja das ist der Spannende!
01:18:16: Trotzdem ist er ein der größten Schriftsteller der Welt.
01:18:25: Körper gibt es natürlich.
01:18:27: Aber Bayern beschreibt E-Schönheit, Bewegungen, Kleidung... Das ist Bayern und das weißt du auch.
01:18:37: Du hast in Augen aber nicht Atem und nicht Duft und nicht Geschmack.
01:18:49: Das ist der Unterschied eigentlich von allen anderen.
01:18:59: Was Bayern wirklich erotisch macht, ist nicht die Beschreibung sondern seine Energie und sein Leben.
01:19:10: Was eigentlich dann auch in seiner Sprache übergeht.
01:19:15: Seine Werte besitzen Tempo-Witz-Übermut.
01:19:19: Es ist sehr arrogant Frechheit.
01:19:24: Das Begehren Werde eine Bewegung, also er ist ein Macher.
01:19:32: Aber er ist nicht komplett kontemplativ.
01:19:35: Das ist das.
01:19:38: Der größte Unterschied zu Keats zum Beispiel ist die Welt von Keats ist eine langsame Welt.
01:19:49: Es ist man spürt die Seide Früchte Dufte Wärme der Haut und die Zeit steht still bei Keith.
01:20:03: Und bei Byron alles bewegt sich, alles strotzt.
01:20:07: Alles Menschen reisen, flirten, reiten, lachen, kämpfen – das ist Byron!
01:20:16: Und da interessiert er sich auch wenig für die Psychologie, für die Seele eigentlich.
01:20:25: Der weibliche Körper ist eigentlich Objekt des Begehrens und seine Figuren verführen, die fühlen nicht beziehungsweise wenig.
01:20:42: Sie täuschen sie leiden aber sich handeln.
01:20:46: Ich glaube sogar dass Bayern und Puschkin erstaunlich ähnlich sind.
01:20:54: Inwiefern?
01:20:56: Weil beide erzählen erotik.
01:20:59: Pushkin erzählt auch Erotik, aber der ist auch so wie ein Mensch, der dualiert einen Verführer, eigentlich ein Appatrit, also ganz anders ist bei Affanassie Fett, also auch eine ganz große russische Dichter.
01:21:25: Er komponiert Erotik.
01:21:30: Jetzt können wir natürlich nicht die Gedichte vorlesen, aber... Oder Baudelaire destilliert Erotic.
01:21:39: Da habe ich immer gedacht, also ... Erotic bei Baudelère ist destilliat.
01:21:46: Bei Edgarang Po ist sie dunkel.
01:21:49: Sie ist bedrohlich Aber anziehend so fatal
01:21:55: Mal.
01:21:55: eine generelle Frage.
01:21:56: Es gibt ja, ich kenne viele Menschen die gerne lesen, die auch gerne Romane lesen aber sich vielleicht nicht so an die Poesierer trauen.
01:22:04: und jetzt reden wir.
01:22:05: jetzt sind wir gerade in der Gattung der lürige.
01:22:08: was würdest du vielleicht empfehlen oder wovon sollte man sich vielleicht abstreifen um sich diesen Werken oder auch Gedichten zu nähern weil ich kenn von vielen ein bisschen so ne Hemmschwelle.
01:22:20: Also ich habe immer sehr das deutsche Bildungssystem geschätzt, weil da werden die Kinder wirklich sehr früh an die Poesie rangeführt.
01:22:31: Das was einen modernen Menschen von der Poesier abschreckt ist eigentlich seine eigentliche Arbeit, die er leisten muss Und deswegen bin ich eigentlich auch so fasziniert immer wieder von der Poesie.
01:22:52: Sie nimmt dich nicht an Hand wie Erzählung, du wirst die Hand genommen und durch eine Geschichte durchgeführt.
01:23:01: Es mag sein dass diese Geschichte jeder von uns erlebt sie anders in Abhänge davon was mit welchem mit welcher Lernfähigkeit oder Lesefähigkeit, mit welche Lesekompetenz wie an einen Text rangehen.
01:23:23: Und die Poesie aber gibt dir nur ein paar Anhaltspunkte und schafft Raum eigentlich indem du dich aber selbst bewegen musst weil Du kriegst nichts Fertiges.
01:23:44: Auch die Ausschnitte, die du gelesen hast von Goethe zum Beispiel oder wenn ich jetzt von Pushkin... Obwohl Pushkin ist genauso wie Byron.
01:23:55: Aber ich habe immer gedacht also bei Pushkin das was für mich erotisch ist, ist Eugenio Nyegin und vor allem Tatjanas Brief an Eugenia Nyegen Das eigentlich ein Brief eines verliebten Mädchens ist.
01:24:14: Aber die Rahmenbedingungen oder die sprachliche Rahmen, die Buschkin in diesem Werk gibt sind äußerst kag.
01:24:28: Ganz wenig Buschen ist, ansonsten auch ein Ego-Mann, auch jemand der zählt ohne Punkt und Komma – und zwar in Fersen.
01:24:44: Aber bei Eugenio Negen, er hat wirklich einen Raum geschaffen.
01:24:51: Da ist eine Geschichte und diese Geschichte kann ich eben in zwei Sätzen erzählen.
01:24:58: Ein junger Aristokrat lehnt eben eine Genuine, eine naive, eine offene Liebe von einem Dorfmädchen.
01:25:16: als eine Adelige begegnet, der eigentlich arrogant durch die Gesellschaft schreitet, verliebt er sich.
01:25:33: Aber alle diese Gefühle sind sehr nicht üppig beschrieben.
01:25:47: Du bekommst ein paar Anhaltspunkte, den Rest musst du selbst schaffen.
01:25:55: Und Ljermund, da wirst auch so, obwohl er auch ein Erzähler ist.
01:26:01: Aber er erzählt nicht alles und das ist das!
01:26:04: Ich glaube dass die Rote gerade in dem entsteht... ...das Nicht-Erzähl aufgeschrieben und vollendet ist.
01:26:18: Vor Ländung ist Tod der Erotik.
01:26:21: Also die Erotika ist eigentlich die Lücke?
01:26:25: Ja, Pause.
01:26:30: Klar natürlich!
01:26:32: Das ist dieser Moment wenn man so sprachlos bleibt und du musst das in deiner eigenen Sprache ergänzen.
01:26:49: Und was du ergänzt auch sprachlose.
01:26:57: Ich weiß es nicht, ob das Gefühl ist oder ... Es ist ein Erlebnis.
01:27:05: Ein Moment wo... Also ich bin auch kein Poet Gott sei Dank Aber ich weiß wenn ich lese dann weiss ich dass sich teilt eines ganz großen Ganzenbind Und das erfüllt mich immer wieder mit unglaublichen Glück und Zufriedenheit, und Trost.
01:27:40: Und auch Zuversicht.
01:27:44: Da fühle ich mich Mensch so!
01:27:47: Wenn ich dann.
01:27:49: oder bei Shakespeare gibt es auch Momente, Ferser die ... Also es ist aber bei mir ist das immer Poesie ja Bei mir ist das ja ein Poesie.
01:28:02: Also, kann man zusammenfassen?
01:28:03: Man soll keine Angst haben und muss keine Angst auch die Lücken zu füllen.
01:28:07: Und wenn man das Gefühl hat vielleicht nicht aufzugeben, sondern es geht auch nicht darum zu verstehen letztendlich...
01:28:17: Es
01:28:19: geht darum was man draus macht.
01:28:21: Genau.
01:28:23: Alle die behaupten, dass eine Art oder das ein Gedicht schon von Anfang an etwas bedeutet.
01:28:33: Ich glaube, derjenige weiß überhaupt nicht was Poesie ist, weil Poesies ein Gedicht kann viel größer und viel länger und inhaltlich viel reicher sein als Josef und seine Bruder vielleicht.
01:28:50: So im Begriff der... Also
01:28:52: ein ganz
01:28:54: großes... eines ganz großen Werkes ist.
01:29:00: Aber wir nähern uns ja jetzt auch wieder den großen dicken Wälzern in der Literaturgeschichte, weil wir kommen jetzt zum Realismus und das ist ja schon nochmal ein Bruch kann man sagen.
01:29:13: Ja
01:29:14: also ich habe den Begriff libertin Literatur benutzt.
01:29:20: Tatsächlich ist es jetzt so, dass eher das Bürgertumor die Ideale, die sogenannten Tugendideale des Bürgärtums im Realismus die Oberhand gewinnen.
01:29:30: Es gab eine Tabuisierung der Sexualität.
01:29:33: Die Ehe moral wurde sehr hochgehalten und dieserzeit ist dann auch der Bildungsroman und Gesellschafts-Roman entstanden.
01:29:44: und da haben wir auch diese Romane, wo Goethe schon ein bisschen Aufschlag gemacht hat.
01:29:49: Diese sogenannten Eheromane.
01:29:52: Eine Eherbruchromane kann man ja schon sagen.
01:29:55: Madame Bovary?
01:29:56: Madame Bovarie haben wir da!
01:29:58: Wir haben Anna Karinina natürlich, also Frauen die dann auch immer tief fallen durch ihren Eherbruch.
01:30:08: Genau, Madame Bovary von Flobert.
01:30:10: Ich glaube da ... Flobert ist da wirklich auch eine ... Ja also der hat das wirklich den Realismus auch gelebt.
01:30:16: Also wenn man das Werk sich durchliest, hat man da wirklich unendliche Beschreibungen.
01:30:24: Aber zum Teil auch sehr stark, finde ich.
01:30:26: Da muss man sich wirklich so ein bisschen quälen
01:30:28: z.T.,
01:30:29: also wenn dann genau das Wohnzimmer beschrieben wird oder der Ballsaal und ... Das ist manchmal ein bisschen schwerfällig auch.
01:30:38: Wir haben natürlich Brontee auch.
01:30:41: Ja, aber das geht in eine andere Richtung.
01:30:42: Es geht in ne ganz andere Richtung.
01:30:44: ja, gerade weil das Frauenbild da ein bisschen anders ist.
01:30:47: Aber bei Madame Bovary bleiben wir mal da... Das hat auch den Untertitel ein Sittenbild aus der Provinz.
01:30:56: Und Flaubert wurde ja auch dafür angefeindet oder er hatte glaube ich auch einen Gerichtsprozess, was den Roman aber dafür noch umso populärer gemacht hat.
01:31:05: Ist auch in vielen Auflagen schon erschienen zu Lebzeiten von ihm und hier... Oder andersom.
01:31:11: warum wurde er auch dafür so angeklagt?
01:31:14: Er hat halt diesen Ehebruch, den die Madame Bovary begann begangen hat, verdammt.
01:31:21: Hat er halt einfach sehr wie gleichgültig einfach dargestellt?
01:31:27: Es gab keine moralische Wertung also er hat eigentlich gar nichts dazu gehabt und beschreibt einfach nur.
01:31:32: es gibt auch keinerlei Gewissensbisse letztendlich Auch von Madame Bovary.
01:31:38: Sie hat ihr Leben gelebt, hat auch gute Rechtfertigung dafür gefunden.
01:31:42: also eine Frau die ja dann verheiratet wurde sich immer die romantisiert idealisierte Liebe vorgestellt hat und dem dann auch nachgeht indem sie dann verschiedene Affären hat einmal mit einem Ad liegen und einmal noch mit einem Mann den sie im Dorf wo sie lebt kennengelernt hat ein Notariatsangestellten der Leon.
01:32:06: Und sie geht halt fremd, lebt vollkommen in diesen Lieben auf und ergibt sich den voll hin.
01:32:12: Wird dann auch ein bisschen anstrengend für die Männer.
01:32:15: Gleichzeitig häuft sie Schulden an ... Ja, es endet auch sehr böse für Sie zumindest, auch für ihren Mann, der ein langweiliger Landarzt ist.
01:32:25: Ich glaub, ich hab selten eine Beschreibung einer Person gesehen, wo wirklich das so öde ist!
01:32:33: Also, ihr Mann ist wirklich ... Der hat keinen Rückgrat.
01:32:37: Sie ist auch mal sehr aus ihrer Perspektive beschrieben.
01:32:40: Sie beschreibt ihn als weich und als Jammerlappen auch.
01:32:44: Und das spürt man richtig!
01:32:47: Man spürte auch ihre Empfindung ihm gegenüber diese Langweile, die sie da in diesem kleinen Dorf dann im Leben hat.
01:32:54: Und sie sucht immer so ein bisschen ... Ja, das Außergewöhnlichste will dem entfliehen einfach auch.
01:32:59: Aber es endet nicht gut.
01:33:01: Ich erinnere mich an diese Szene, das fand ich ganz faszinierend.
01:33:04: Sie stirbt dann auch und auf dem toten Bett wird sehr detailliert beschrieben wie sie da liegt, wie man sie anzieht wieder für die Beerdigungsschick macht.
01:33:16: Und jemand hebt dann ihren Kopf?
01:33:19: Und dann kommt da so eine schwarze Flüssigkeit läuft aus ihrem Mund.
01:33:24: Das ist schon fast Naturalismus!
01:33:26: Ja, also als Symbol auch für das schlechte, was da aussieht rausläuft und es war so beschrieben habe ich auch Gänse, aber du kommst nach oben.
01:33:33: Also... und ein dicker Roman auch ja?
01:33:36: Wie gesagt, das lohnt sich nicht wirklich zu lesen.
01:33:38: und Flobert hat auch wirklich gesagt, ihm war's ganz wichtig, sich auch selber da sehr zurückzunehmen.
01:33:44: Ist ja auch der Realismus und er war ja einmal ein enger Freund von Georges Sont Tatsächlich.
01:33:50: Oh, da sind wir schon auf einer in Sandra.
01:33:54: Aber interessant ist... Sie hat eben geschrieben, das wollte ich wirklich einfach mal, weil man ist ja auch manchmal so der... Wir behandeln hier immer die Werke und die Autoren als ob sie ein bisschen Luft lernen rauf stehen?
01:34:03: Das sind sie natürlich nicht!
01:34:04: Ja, sie haben auch Kontakte, sie sind in Literaturkreisen und so ein bisschen diese Ausdauer und unheimlich spannend.
01:34:09: Und Jochson hat ihm geschrieben, dass fand ich so schön.
01:34:12: Du machst die Leute, die dich lesen trauriger.
01:34:15: Ich dagegen möchte sie weniger unglücklich machen.
01:34:17: Ich weiß, du missbilligst das Eingreifen der persönlichen Meinung und Literatur.
01:34:21: Hast Du Recht?
01:34:23: Ist es nicht eher Mangel an Überzeugung als ästhetisches
01:34:25: Prinzip?".
01:34:26: Und er antwortet... Ja.
01:34:39: Spannend!
01:34:40: Das zeigt eigentlich genau ... wie er die Literatur begriffen hat.
01:34:44: Aber das
01:34:45: ist auch eine Definition von Realismus.
01:34:46: Ganz, aber ganz auch als Schlägel zum Beispiel.
01:34:48: Für ihn war es ja ganz wichtig dass sozusagen seine Ideen auch die Philosophie in den Werken Ausdruck finden müssen und das wird hier vollkommen zurückgenommen.
01:34:56: Genau
01:34:57: genau da wird mag sein weißt du jetzt wirklich?
01:35:03: eine Digression ist nötig glaube ich.
01:35:09: Ich habe in einem Zwei-Kurs hatte ich eine Teilnehmerin, die war... Vielleicht
01:35:20: ganz kurz für die höheren Hörer.
01:35:21: Emielina unterrichtet auch Deutsch als zwei Sprache.
01:35:24: Genau.
01:35:25: Das vielleicht so also und das war ein... Fremder
01:35:27: zu fremden, ne?
01:35:32: Sie war Kunsthistorikerin und sie kam aus Spanien.
01:35:39: Eine ganz faszinierende Frau, muss ich sagen.
01:35:43: Und ich war glücklich sie mehrmals in einem Kurs zu haben und wir haben irgendwann mal über die moderne Kunst diskutiert und es gibt einen spanischen Maler Anton Tapies den ich immer wieder begegnet bin und ich finde ihn sehr faszinierend, aber ich verstehe ihn überhaupt nicht.
01:36:19: Und ich habe ihr das gesagt und wir haben dann darüber gesprochen und ich kenne auch seine Biografie und er war in den Casamaten von Franco ergreifend und störend, und ich verstehe das nicht.
01:36:45: Dann hatte sie mir gesagt nur einen Satz dass ich bis heute eben mit mir herum trage.
01:36:51: Sie hat gesagt naja Mit der Erfindung der Fotografie Hat die Kunst eigentlich diese Aufgabe abgegeben an die Fotografien So wie die Welt ist.
01:37:09: was eine Szene darstellt, ist nicht mehr Thema der Malerei.
01:37:20: Und ich würde das jetzt hier anwenden.
01:37:24: also Realismus wird möchte die Welt sehen so wie die Welt ist.
01:37:33: sie Realismus möchten nichts in die Welt hinein interpretieren sondern Rolle von Realisten ist, die Welt so darzustellen wie die Welt isst und zu sagen hier guckt ihr das ist die Welt.
01:37:52: Aber es lässt einen doch relativ unbefriedlich zurück weil die Welt ist natürlich mehr.
01:37:56: also der Welt ist ja auch dann doch Bedeutung Interpretationen Emotionen Gefühle
01:38:01: Ja.
01:38:02: aber die Rolle oder die Aufgabe des Realismus Beziehungsweise vielleicht nicht von Flaubert und vielleicht auch nicht vom Balzac.
01:38:15: Ich will nicht behaupten, dass die in tief in ihre Seele versteckte Revolutionäre waren aber es ist schon ganz klar.
01:38:26: also wir müssen die Welt so sehen wie sie ist.
01:38:33: Also Romantik hat versucht die Welt zu verklären, was auch nicht wahr ist.
01:38:40: Sondern die Standpunkte, die Betrachtung, die Perspektive hat sich geändert und natürlich für mich.
01:38:49: weder nur meine Meinung also ich will diese Meinung niemand eben als Wahrheit verkaufen wollen ist eigentlich Realismus hat.
01:39:03: Es gibt keine Erotik in dem Sinne, indem ich erotisch verstehe.
01:39:10: Da wird wieder mal Balzac beschreibt.
01:39:15: Balzak ist ein großer Pferd, vielleicht einer der größten.
01:39:20: Also ihn interessiert nicht was durch eine Berührung entstehen kann oder so etwas unerfülltes Bergieren?
01:39:35: beschreibt stundenlang Stoffe, Spitzen, Handschuhe, Frisuren, Möbel.
01:39:44: Genau so wie Flaubert und vielleicht auch ähnlich wie Effibriest.
01:39:50: Wenn wir über Ehebruch-Homage
01:39:53: sprechen
01:39:53: müssen wir natürlich von Tana wählen mit seiner Effibrist.
01:39:58: Bei Balzac zum Beispiel Kleidungersetzkörper.
01:40:03: Das in tausend Augenblicken habe ich gedacht, komm jetzt bleib auf dem Teppich.
01:40:09: Wie sieht sie eigentlich aus?
01:40:12: Und das Kleid ist nie bloß ein Kleid sondern ist Symbol.
01:40:17: Es ist eigentlich ... Kleid überträgt es ist eine zweite Haut und also er achtet auf Stimmen.
01:40:32: Stimmen werden körperlich.
01:40:35: Also das ist erotisch, es macht bei ihm.
01:40:39: Es ist eine gesellschaftliche Komponente.
01:40:44: Wer begehrt wen?
01:40:46: Wer schaut?
01:40:47: Wer wird angeschaut?
01:40:50: Also irgendwie unsthilistisch... Das können wir immer so, wenn wir es vergleichen.
01:41:00: also balsakanalysiert den Körper und James Joyce schreibt den Körper zum Beispiel.
01:41:12: Balzac lässt einen verstehen und Joyce lässt einem fühlen.
01:41:21: Ich glaube es wird Zeit, dass wir uns dann in der nächsten Folge wirklich der Moderne widmen oder?
01:41:29: Und dann hoffe ich ja von dir, wir haben auch.
01:41:31: der Ausgangspunkt war auch ein bisschen was du auch schon jetzt hier erwähnt hast in der heutigen Folge.
01:41:36: Dass es eigentlich kaum eine in der Literatur eine gut beschriebene
01:41:41: erotische Szenen
01:41:43: gibt oder in der körperlichen Liebe.
01:41:46: Meinst Du wie finden die in unserer letzten Folge?
01:41:49: Ich glaube schon!
01:41:50: Wir haben uns ... Wir haben schon solche Szene eigentlich gehabt bei Kawafis
01:41:58: Ja, in unseren Vorringfolgen.
01:41:59: Aber jetzt noch nicht...
01:42:00: Bei Alphonsina?
01:42:03: Bei Tchaikov?
01:42:04: Tchaekov auch ja!
01:42:06: Bei Natalia Ginzburg.
01:42:09: Ich kenne keinen Schriftsteller der so einer bei ihr im Familienalbum.
01:42:18: also diese feine Erotik die da entsteht ist eigenartig.
01:42:26: Aber ich will nur noch eine Sache, weil das war mir ganz wichtig!
01:42:34: Der eigentliche Umbruch kommt meines Achtens mit Autoren oder mit Schriftsteller wie Charles Baudelaire Paul Verlin Malarmé und später Proust
01:42:52: Alles Franzosen.
01:42:54: Sehr viele
01:42:55: Franzosen, sehr viele Franzose weil das ist auch die französische Stunde.
01:43:02: Jede Nation hat seine Stunde.
01:43:04: Französische Stunde ist Jahrhundertwende Anfang der Moderne.
01:43:11: Ich würde so sagen Basak ist der letzte große Autor bei dem erotik primär ein Gegenstand der Erzählung ist – Gegenstand.
01:43:23: Bei Proust beginnen sie sich bereits in den Satz selbst einzuschreiben.
01:43:32: Bei Joyce wird sie schließlich zur Bewegung der Sprache und genau dort verläuft meines Erachtens die entscheidende ästhetische Grenze zwischen erotik als Beschreibung mit einer große Episode der Romantik und Erotik, wie wir sie heute verstehen und auch in der Geschichte der Literatur suchen und finden wollen.
01:44:09: Und das ist eben ... die isst in der Sprache zu finden!
01:44:16: Das ist nicht moderne.
01:44:18: Das ist die Moderne.
01:44:19: Wir nähern uns immer mit großen Schritten auch der heutigen Zeit.
01:44:23: dann, und du hast gerade die Franzosen erwähnt.
01:44:26: Aber ich glaube was wir vielleicht ein kleiner Ausblick auch... Ich denke, in mir Solar wird noch mal eine Rolle spielen auf jeden Fall bei uns.
01:44:32: Wir haben auch die Brecht Schnitzler!
01:44:35: Ja also das wäre nicht nur die Franzose, ja?
01:44:38: Wir haben Lawrence auch.
01:44:39: Stefan Georg Gottfried Blödein, wir haben Lawrence
01:44:46: Nabokov.
01:44:47: Wir haben Chimenez bei den Spanien, wir haben eben Nabokow wie du sagst es, wir habe Maierkovsky, wir ...
01:44:55: Magalithyra,
01:44:57: Lamont
01:44:58: der Liebhaber.
01:44:59: Ja genau eine der größten und vielleicht nächstes Mal mit ein paar Überraschungen aus den kleinen Literaturen.
01:45:11: Genau!
01:45:11: Aber da, wie gesagt so eine Überraschung sein.
01:45:14: Also seit Neugierig hört auf jeden Fall in der unserer letzten Episode zu der Reihe die Literatur des Begehrens.
01:45:24: Hört auf jeden fall rein!
01:45:26: Wir freuen uns auf jedenfall auf die weitere Reise mit euch.
01:45:29: und ja, wir haben es geschafft.
01:45:32: Wir sind bis zum Realismus gekommen.
01:45:33: Wir waren so ein bisschen unsicher, ob wir das mit der Masse anwerken.
01:45:38: Ich habe auch bestimmt hier sechzehn Seiten der Literatur vor mir liegen, wovon ich jetzt vielleicht, weil sie einen Zehntel erwähnt haben.
01:45:45: Nach
01:45:45: diesem Podcast können wir ja einen Kurs in der Literaturkurs anbieten!
01:45:51: Auf
01:45:51: jeden Fall und auch wenn ihr – ich möchte euch gerne motivieren – schreibt uns sehr gerne auf Instagram Findet ihr uns in der Lit.
01:45:59: ermittleren, auch um den verschiedenen Podcast-Seiten?
01:46:05: Ja wenn ihr auch Interesse habt vielleicht werke die euch noch interessieren oder einfach Feedback.
01:46:09: was hat euch gut gefallen?
01:46:11: war es vielleicht auch nicht?
01:46:12: wir sind doch offen für Kritik.
01:46:13: ja meldet euch einfach wollen gerne wissen Was ihr so denkt zu dem, was wir hier haben?
01:46:18: Und die Italiener.
01:46:19: Die Italienern in der Moderne sind phänomenal.
01:46:24: Ich sehe schon... Wir müssen jetzt erstmal in die Literaturliste für die nächste Folge machen und aber erst mal vorher eine kleine Pause.
01:46:31: Also alles Gute euch!
01:46:32: Bis zum nächsten Mal.
01:46:34: Tschüss.
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