Die Stadt - Auf den Spuren von Konstantinos Kavafis

Shownotes

Viel hat Konstantinos Kavafis nicht geschrieben, geschweige denn für die große Öffentlichkeit publiziert, und doch ist sein Gesamtwerk ein wahrer lyrischer Schatz. Kavafis, der selbst nie in Griechenland lebte und dennoch als griechischer Nationaldichter gilt, schöpft in seinen Gedichten aus antiken Mythen sowie der hellenischen und byzantinischen Geschichte.

Er führt uns von Ithaka bis zum Untergang Neros. Oder wir finden uns am Ende in einer heruntergekommenen Kaschemme im pulsierenden Alexandria wieder, wo ein schöner junger Liebhaber ausgestreckt auf dem Bett liegt.

Wer war dieser Mann, der sein eigenes Leben als ereignislos bezeichnete und mitunter ein Leben lang an einem einzigen Gedicht feilte?

In unserer neuen Podcast-Episode folgen wir den Spuren dieses kultivierten, zurückhaltenden Dichters, der in schlichter Sprache von der Vergänglichkeit erzählt – von Macht und Begehren, von Erinnerung und Verlust. So nah, so klar, so unvergesslich wie kaum ein anderer.

Unser herzlicher Dank gilt Andreas Kolbe, der das Gedicht „Die Stadt“ für uns eingelesen und ihm seine Stimme geliehen hat.

Weitere Infos und Bildmaterial zu Konstantinos und seinem Werk findet ihr auf unserem Instagram-Kanal: @lit.ermittlerinnen

Transkript anzeigen

00:00:00: Die Stadt.

00:00:02: Du sagstest, ich werde in ein anderes Land fahren, an ein anderes Meer.

00:00:09: Ich werde eine bessere Stadt finden, als diese, wo jede meiner Anstrengungen zum Scheitern verurteilt ist, wo mein Herz wie eine Leiche begraben liegt.

00:00:21: Wie lange noch wird mein Verstand so dahin siechen?

00:00:26: Wo immer ich mich hinwende, wo immer ich hinschaue, sehe ich hier die düsteren Ruinen meines Lebens, das ich so viele Jahre lang vergeudet und vertan.

00:00:40: Du wirst keine neuen Länder entdecken, keine anderen Meere.

00:00:44: Die Stadt wird dir folgen.

00:00:47: Du wirst durch dieselben Straßenstreifen, in den selben Vierteln alt werden.

00:00:53: Dein Haar wird weiß in den selben Häusern.

00:00:57: Wo immer du hinfährst, hier wird deine Reise enden.

00:01:03: Es gibt für dich keinen Schiff und keine Straße?

00:01:07: Gibt die Hoffnung auf?

00:01:09: Hast du dein Leben auf diesem kleinen Fleck vergeudet?

00:01:13: So hast du es auf der ganzen Erde vertan.

00:01:43: Kawafis.

00:01:44: Und ich erinnere mich, das war jemand, den du dir ausgesucht hast für diesen Podcast.

00:01:50: Ja.

00:01:50: Jetzt bist du dann jetzt auch in der Bringschuld, um mir und den Hörerinnen und Hörer nochmal mitzuteilen, warum wir heute Kawafis behandeln.

00:02:00: Oh, das ist eine schwierige Aufgabe eigentlich.

00:02:03: Ja, Kawafis.

00:02:05: Wenn man Kawafis mag, denkt man nicht darüber nach, warum.

00:02:09: Eigentlich, man liest ihn... kontinuierlich.

00:02:14: Der hat nicht viel geschrieben.

00:02:17: Zumal hat er auch seine Gedichte selbst aussortiert, dass es das ist.

00:02:24: Es gibt auch mittlerweile Sammlungen, wo seine verworfene Gedichte auch extra noch abgedruckt werden.

00:02:35: Und der hat die an den Gedichten sehr lange an manchen Gedichten das ganze Leben lang eigentlich gearbeitet.

00:02:44: Immer die so poliert und zisseliert und also ja so richtig dran gearbeitet.

00:02:54: und ich mag Kawafis weil er so richtig ja der ist Mittelmeer und der spiegelt eigentlich eine Welt die es nicht mehr gibt wieder.

00:03:10: auf eine ganz andere Art als die Geschichtsbücher, auf einer poetischen Art und auch der verbindet eigentlich gegen was und unsere Vergangenheit, unsere europäische Vergangenheit.

00:03:28: Und dann bin ich auch eine Migrantin, die da aus dieser Welt kommt.

00:03:33: und natürlich, Kawafis ist auch ein Migrant oder vielleicht auch ein Remit oder auch ein Getriebener und Vertriebener vielleicht und doch ansäßig und doch an seine Stadt Alexandria sehr gebunden und dann gebunden als Grieche, obwohl er Griechenland derzeit, also das ist Ende des Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, der hatte nicht sehr viel in der griechischen Kultur und Politik zu der Zeit bejahen können.

00:04:17: Also es ist schon so eine Schillernde, eine sehr, sehr... Interessante und faszinierende Persönlichkeit aus der internationalen Poesieszene, die erleuchtete überall.

00:04:33: T.S.

00:04:34: Eliot hat ihm sehr gerne gemacht.

00:04:36: Und Brecht zum Beispiel auch, der hat sich auch auf ihm berufen.

00:04:40: Und wenn er jetzt sagt, oh Gott, ich fühle mich eigentlich sehr belesen, aber von Konstantinos Kavafis habe ich noch nie was gehört, macht nichts.

00:04:50: Ich sage euch, mir ging es am Anfang auch so.

00:04:52: Und das ist eigentlich traurig.

00:04:53: Und genau deswegen machen wir auch den Podcast, weil wir wollen die Gelegenheit nutzen, euch diesen ja ganz fabelhaften und interessanten Autor vorzustellen.

00:05:02: Ich glaube, das Wichtigste hast du auch gerade schon mit benannt.

00:05:04: Er ist in Alexandria geboren, um das mal vielleicht einzuordnen, am neunundzwanzigsten vierten, achtzehnhundertsechzig, aber, war Grieche, ja, aber... Und gilt auch als bedeutendster griechischer Lyrak der Neuzeit, hat aber in Griechenland nie gelebt.

00:05:22: Er war mal da, drei Reisen hat er dahin gemacht mit seiner Familie, mit seinem Bruder.

00:05:27: Er kommt aus einer sehr kinderreichen Familie.

00:05:29: Aber er ist kein ... Also, er ist nie in Griechenland, hat er wirklich gelebt.

00:05:36: Aber er hat die Sprache geliebt und vor allem auch, dass ... den Ursprung Griechenlands oder die Antike und alles, was damit zu tun hat, das hat er doch sehr ... sehr geliebt und vergöttert.

00:05:47: Und das zeigt sich auch in seinem kleinen, aber sehr ... Ja, vollminanten Werk.

00:05:54: Sehr vollminanten Werk.

00:05:56: Und wir haben so ein paar Sachen schon.

00:06:00: Ich meine, du bist sehr, sehr gründlich.

00:06:05: Und in deinen Recherchen gehst du immer sehr tief.

00:06:08: Also ich grabe in meiner Erinnerung einiges.

00:06:12: Aber ... Erstmal war er eigentlich, also in Griechenland nennt man ihm eigentlich den führenden Eremiten Aleksandrias.

00:06:28: Die Aleksandria ist zu der Zeit nicht mehr Griechenland.

00:06:32: Nein, schon länger nicht mehr.

00:06:34: Genau,

00:06:34: schon länger nicht mehr.

00:06:35: Und trotzdem ist Aleksandria doch eine griechische Stadt.

00:06:43: Nicht nur durch die griechische Antike geprägt, aber auch zu der Zeit, Ende des neunzehnten Jahrhunderts, hatte Alexandria eine bemerkenswerte griechische Community, die noch dazu auch wirtschaftlich unglaublich wichtig für die Stadt war.

00:07:09: Und Kawafis kommt auch so eine Familie, nämlich sein Vater war ein Händler.

00:07:15: Und zwar ein sehr erfolgreicher, sehr reicher Händler.

00:07:18: Genau.

00:07:20: Es gab in Ägypten eine sehr große, bedeutende griechische Gemeinde.

00:07:26: Es gab viele griechische Kaufleute, die das Wirtschaftsdienste vorangetrieben haben, v.a.

00:07:31: im Export von Baumwolle und auch Tabak, die haben da eine berühmte Tabakmarke mit initiiert gegründet.

00:07:40: Es gab auch viele Fachkräfte, griechische Ärzte, Ingenieure.

00:07:43: Sie haben das zu kulturelle Leben in ihrer Gemeinschaft extrem mitgestaltet.

00:07:48: Und Kawaf, es war einer von ihnen, seine Familie.

00:07:50: Genau.

00:07:52: Und trotzdem war ... Und Alexandria zu der Zeit ist eigentlich eine Stadt, die ja fast die letzten Tage ihrer Existenz so wie einmal war zählt.

00:08:14: Das heißt eben, Alexandria Ende des neunzehnten Jahrhunderts ist eigentlich eine Stadt, die langsam sterbt oder verschwindet, in den Gefliesen eigentlich oder Verließen der Geschichte.

00:08:33: Und es stand ja auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit auch seit deiner Zeit.

00:09:02: Sie mussten auf jeden Fall Ägypten verlassen, weil es zu unsicher wurde.

00:09:05: Da warf es mit seiner Familie nach Konstantinopel, wo noch Großväterlicherseits Familie war.

00:09:12: Sind Sie dann, kann man auch sagen, geflüchtet?

00:09:15: Heute Istanbul.

00:09:16: Heute Istanbul.

00:09:17: Genau.

00:09:18: Konstantinopel, heute Istanbul.

00:09:21: Man vergisst immer, dass Türkei ein ziemlich großer Teil der Türkei ist.

00:09:29: Antike Griechenland.

00:09:32: Natürlich.

00:09:33: Konstantinobel, Istanbul als Hauptstadt des byzantinischen Reichs.

00:09:38: Da kommen wir auch noch mal hin, wenn wir uns ein bisschen inhaltlich mit seinen Gedichten beschäftigen.

00:09:44: Da kommen wir auch ganz schnell hin.

00:09:45: Ihr wisst, wenn ihr uns öfter hört, dass ich immer tief in die Biografie einsteige.

00:09:50: Das Erste, was ich so gelesen habe, das hat mich ein bisschen am Emilia erinnert, Emily Dickinson, weil dann hieß es auch gleich, es war ein relativ ereignisloses Leben.

00:09:59: schon ein eigenesloses Leben.

00:10:00: Also ich glaube kein Leben ist ein eigenesloses.

00:10:02: Es passieren immer viele Sachen wie ein Prägen, die einen vielleicht in eine gewisse Richtung führen.

00:10:08: Und bei Kawawes aber das ist das Erste, was man über ihn liest.

00:10:12: Finde ich nicht.

00:10:12: Wir gehen ja auch vielleicht noch mal ein bisschen rein, was, was ihn so ausgemacht hat oder sein Leben.

00:10:16: Ich möchte das aber, um da vielleicht erstmal auch einen kleinen Schlusspunkt sogar schon zu setzen, der Biografie, bis dahin kurz sagen, was er, wie er sich beschrieben hat, also eine Biografie.

00:10:26: Da hat er so eine kleine biografische Notiz einmal geschrieben für eine Athena-Zeitung, ... ... war er aber auch zu damaliger Zeit, obwohl, was Jelena ja auch schon gesagt hat, er nicht viel veröffentlicht hat.

00:10:37: Und das auch nur für Freunde und Bekannte seine Gedichte.

00:10:42: Das ist auch sehr, sehr spannend, dass er eigentlich zu Lebzeiten nie seinen Werk in irgendeiner Art und Weise gesammelt veröffentlicht hat.

00:10:50: Ja, auch wieder.

00:10:50: Das kann man auch in Parallel zu Emily wieder.

00:10:52: Das ist ganz spannend.

00:10:53: Das war ja genau so.

00:10:55: Also er hat nur für bekannte Freunde Interessierte dann auch, hat er so kleine Sammlungen herausgegeben.

00:10:59: Ja, also nicht mehr als zwei andere Exemplare hat er gedruckt von seinen Gedichten.

00:11:03: Und er selbst schreibt über sein Leben.

00:11:07: Ich stamme aus Konstantinopel ab.

00:11:09: Wie gesagt, er hatte da Großväterlicherseits, seine Familienbinde, bin aber in Alexandria geboren worden, in einem Haus auf der Scherrifstraße.

00:11:18: Bald danach verließ meine Familie diese Stadt und ich verbrachte einen guten Teil meiner Kindheit in England.

00:11:25: Dieses Land besuchte ich noch einmal, vier später, doch nur für kurze Zeit.

00:11:30: Wir haben auch in Frankreich gewohnt.

00:11:32: In meiner Jugend lebte ich über zwei Jahre in Konstantinopel.

00:11:35: Das war das, was ich gerade angesprochen habe, dass er dahin geflüchtet ist.

00:11:39: In Griechenland bin ich schon sehr lange nicht mehr gewesen.

00:11:43: In der letzten Zeit arbeite ich als Beamter im Büro des Ministeriums für öffentliche Bauten in Ägypten.

00:11:49: Ich spreche Englisch, Französisch und ein wenig Italienisch.

00:11:54: Das war das, was Kawafes in einer biografischen Notiz über sich zusammengefasst

00:12:00: hat.

00:12:01: Ja, genauso wie seine Poesie.

00:12:05: Schlicht, Garg, wenige Worte, ganz viel Bedeutung.

00:12:13: Das ist wirklich typisch weh'n.

00:12:16: Und ich meine, für mich natürlich ist das, ja, das ist eine ganz große Welt, die er da beschreibt.

00:12:28: Der stammt aus Konstantinople, aus bysantinischem Teil Griechenlands eigentlich ehemals.

00:12:36: Oder immer noch heute, man merkt auch, die Trennlinie zwischen Griechenland, also chelenisches Griechenland und bysantinisches Griechenland.

00:12:50: Aber seine Stadt, also sein Leben, Alexandria, das ist... Hellenismus pur.

00:13:00: Das ist das, was er ist, was ihn ausmacht.

00:13:04: Und wenn er sagt, ich bin eigentlich, ich wohne in Alexandria auf der Scherifstraße, dann ist das auch seine Gesinnung.

00:13:14: Genau.

00:13:15: Und wenn du schon sagst, wenn wir auch gleich in seinen Gedichten kommen, wenn du sagst, so alexandria, das war so sein, das war sein Leben.

00:13:22: Und auch diese Atmosphäre von alexandria, die spürt man ja auch in vielen seiner Gedichte.

00:13:28: Also diese Welt, die er da beschreibt, die Straßen, die Kashem, die Märkte, das Leben dort, was wahrscheinlich auch nicht immer einfach und schön war.

00:13:40: Und das gibt aber den Rahmen von vielen seinen Gedichten.

00:13:46: Ja,

00:13:47: genau.

00:13:48: Und das ist eine Alexandria, das es nicht mehr gibt.

00:13:53: Und ich meine, der hat natürlich sehr viele Besonderheiten.

00:14:02: Also erst mal sind seine Seine Themen sind sehr einzigartig.

00:14:09: Was sind seine Themen?

00:14:11: Also im Vergleich zu der Zeit patriotischen Poesie Griechenlands, schreibt er eigentlich, er interessiert sich für die Randzonen.

00:14:27: Das ist das, was sein Thema ist.

00:14:31: Und auch Randzonen nicht nur ... der damaligen Kultur, sondern Randzonen der Geschichte vor allem.

00:14:41: Also, ihnen interessieren Übergangszeiten, Niedergänge oder Verfallsperioden, verlorene Kriege interessieren.

00:14:53: Eigentlich das ist das, wo in sein Herz sozusagen... oder seinen Feder hinzieht.

00:15:02: Es geht immer so ein bisschen um Untergang auch, oder um verlorene Zeiten.

00:15:06: Also egal, welche Gedichte man sich ansieht, ist oft auch so eine Sehnsucht nach dem Alten.

00:15:11: Ist es vielleicht, weil er auch gefühlt hat, dass er in einer Welt gelebt hat, die untergeht?

00:15:16: Bestimmt, aber ich glaube, das ist auch, seine Biografie vielleicht zu holen.

00:15:21: Was meinst du?

00:15:23: Dass er ... kann ich gar nicht so direkt beantworten.

00:15:29: Also was natürlich sehr biografisch ist, wo man ihn auch wirklich findet und sieht und etwas, womit man sich viel beschäftigt hat, sind seine erotischen Gedichte.

00:15:39: Ich glaube, da sehen wir ganz viel von Ihnen, von Kawafis.

00:15:42: Er hat ja, um das mal im Rahmen zu bringen, er hat ja sozusagen drei Arten von Gedichten geschrieben.

00:15:48: Es gab so drei Motive.

00:15:49: Einmal, das ist philosophische Gedichte, wo ich vielleicht auch die eingangsgehörte Gedichte, die statt mit einordnen würde.

00:15:55: Dann haben wir historische Gedichte.

00:15:57: Also da geht es viel um das, was du gerade schon beschrieben hat.

00:16:00: All diesalte, witzantinisch verlorene Reich.

00:16:02: Ja, da können wir auch noch mal hellenisch.

00:16:05: Ja, genau, genau, noch ein bisschen die Antike.

00:16:08: Antike spiegelt sich da auch wieder, ja, und aber auch die sogenannten erotischen Gedichte oder Liebesgedichte, würde ich es auch nennen.

00:16:17: Vielleicht können wir als Vorschlaggelder, wollen wir uns vielleicht mal so die einzelnen Themen mal so anschauen und vielleicht auch paar Beispiele aus den einzelnen Motiven, die er da hat?

00:16:24: Genau,

00:16:25: also der war, also der ist auch bekannt als der, also der ist... homosexuell gewesen und zwar zu der Zeit, wo das natürlich, das war natürlich nicht akzeptiert und nicht...

00:16:44: wie auch Lawrence Duell, der passt ja auch sehr gut in die Zeit.

00:16:47: Also das ist ja genau der auch...

00:16:48: Ich wollte auch, als wir über Alexandria gesprochen haben, dann wollte ich auch sagen, ich meine, wer Alexandrinisches Quartett nicht gelesen hat, der weiß nicht, wie eigentlich Alexandria zu der Zeit aussah.

00:17:02: Also Alexandria, in der auch Kawafis gelebt hat.

00:17:05: Das ist genau die Welt, die Duell beschreibt.

00:17:10: in seinem eigentlich... Ja, Hauptwerk.

00:17:16: Aber Kawafis war.

00:17:18: auf eine merkwürdige und sehr mutige Art und Weise stand er dazu, dass er homosexuell ist.

00:17:28: Natürlich hatte er das nicht überall.

00:17:31: Rausposaunt.

00:17:32: Ja, ja.

00:17:32: Rausposaunt.

00:17:33: Aber es war schon ganz klar, dass er offen damit umging.

00:17:40: Also ... Der Charakteristiken von Kawafis sind, dass er einzigartige Themenwahl hat.

00:17:53: Er beschäftigt sich, wie gesagt, mit Übergangszeiten, Niedergängen.

00:17:59: Er aktualisiert das Hellenistische Alexandria und die Ptolemerzeit.

00:18:06: Das ist das Interessante.

00:18:08: um zeitlose Fragen von Macht, Dekadenz, Sinnverlust und menschlicher Würde zu behandeln.

00:18:16: Er wagt es, offene Homosexuelle Themen zu bearbeiten.

00:18:20: Das ist wirklich zu einer Zeit, in der dies in Griechenland skandalös war.

00:18:25: Und auch

00:18:26: in Ägypten.

00:18:27: Ich glaube, das ist egal wo.

00:18:28: Das war

00:18:29: einfach

00:18:29: noch nicht die Zeit.

00:18:31: Also das, was ihn auch ausmacht, ist die einzigartige kosmopolitische Perspektive.

00:18:38: Kawafis war ein Dichter der Diaspora, also Alexandria.

00:18:44: Und Alexandria war zu der Zeit eine Mischung aus Griechen, Juden, Römern, Christen.

00:18:54: Und die Welt von Kawafis hat noch dazu antike Helden, die er überall hinführt oder mit sich mitnimmt.

00:19:06: Er lernte nationalistische Engführungen ab, lehnte die ab, komplett besonders aus Griechenland und betonte den hellenistischen Geist als universelle offene Kulturfahren.

00:19:23: Und das war ihm ganz wichtig.

00:19:26: Seine Poesie hat auch stilistische Besonderheiten und die hast du schon erwähnt, nämlich sein Stil ist knapp, fast lakonisch.

00:19:36: Ja, manchmal auch so ein bisschen, ich werde das gleich mal ein bisschen was vorlesen, so ein bisschen so lapidar, so ein bisschen so dahin gesagt, also man muss sich auch ein bisschen drauf einlassen.

00:19:44: Erst mal, wenn man ihn manchmal gelesen hat, also ich hatte vor kurzem eine längere Reise und da habe ich mir sein Gesamtwerk geschnappt und habe da einfach nach und nach, es war eine sehr, sehr lange Autofahrt, da wurde ich die Zeit genutzt und manchmal habe ich nur gelesen, aha.

00:20:00: Da kam das gar nicht so an bei mir tatsächlich.

00:20:03: Da war das wirklich so so dahin gesagt, weil wahrscheinlich das was wir vielleicht von Bayer-Selasker-Schüler sehr extrem hatten, diese vielen Metaphern, dieses Ausgeschmückte.

00:20:11: Das fällt bei ihm vollkommen weg, gar nicht.

00:20:14: Das hat er nicht.

00:20:14: Und es wirkt manchmal wirklich so, oh ja, hat er so dahin gesagt.

00:20:19: Aber wenn man sich dann wirklich darauf einlässt, auch nochmal wirklich widerspiegelt, was er da eigentlich sagt und über welche Themen er wählt, dann wird man dann doch dann wieder reingesogen auch.

00:20:29: Ja, ich würde schon sagen, diese epigrammatische Dichte.

00:20:35: Genau.

00:20:35: Und also, manche Gedichte sind auch wie Grabinschrift.

00:20:40: Ja,

00:20:41: diese Epikramme, genau.

00:20:42: Genau.

00:20:43: Er hat auch so ein Gedicht mit dem Titel Grabinschrift.

00:20:49: Also, das ist etwas, was ihn wirklich auszeichnet.

00:20:54: Leider keine von uns zwei.

00:20:56: ist eben der griechischen Sprache sprachemächtig.

00:21:00: Und ich glaube, dass Kawafis gerade in der griechischen Sprache sich voll entwickelt und dass sein Stil nur im Original eigentlich verbunden werden kann.

00:21:16: Trotzdem lasse ich mir nicht die Möglichkeit nehmen, ihn auch in der guten Übersetzung genießen zu können und auch sein Stil zumindest ein bisschen durch die Übersetzung doch... hinbekommen zu können.

00:21:36: Man kriegt auf jeden Fall eine Idee.

00:21:37: Aber ich weiß, was du meinst.

00:21:38: Man hat immer so ein bisschen Bauchschmerzen, gerade was lürig angeht, das sozusagen in der Übersetzung zu lesen.

00:21:42: Aber wir wissen, das kommt dann ganz viel auf die Nuancen an.

00:21:45: Und das ist dann schwer, natürlich, weil so eine Sprache hat in deiner Eigenheiten, das ist natürlich schwer, eine Übersetzung in irgendeiner Art und Weise wiederzugeben.

00:21:51: Aber es gibt ja zum Glück viele fantastische Übersetzer, die das dann auch schaffen, uns trotzdem näherzubringen.

00:21:56: Ja,

00:21:56: und du hast gerade eben die Stadt übersetzt.

00:21:59: Ich kenne das Gedicht, die Stadt in mehreren übersetzt.

00:22:06: Ich kenne die Stadt auf Italienisch, auf Serbo-Kroatisch.

00:22:11: Ich kenne dieses Gedicht und die Übersetzung, aber ich muss sagen, dass die deutsche Übersetzung, die gibt es auch mehrere Übersetzungen auch in der deutschen Sprache, aber die ist hervorragend eigentlich.

00:22:24: Und wenn es um seine Sprache geht, wir müssen eben auch betonen, dass seine Sprache eine bewusste Mischung.

00:22:33: aus volkstümlichem Griechisch oder diese Dimotiki?

00:22:37: Dimotiki, darüber bin ich auch gestolpert, dass er sozusagen da auch so ein Vertreter ist.

00:22:41: Was ist denn Dimotiki?

00:22:44: Dimotiki ist eigentlich, ja, im Vergleichen mit Deutsch wäre das eigentlich ja Alltagsdeutsch, vielleicht auch ein wenig Straßensprache.

00:22:57: Also nicht volkstümlich, weil ... Das hat er sowieso, also diese jegliche ethnische Verfärbungen hat er versucht, eben zu vermeiden.

00:23:11: Es ist eigentlich eine, ja, eine überall existierende Alltagssprache, die Motike.

00:23:19: Und dann gab es auch, und das hat er auch sehr, sehr schön eben ... benutzt, nämlich archaisierenden Formen der Griechischen.

00:23:35: Ich habe Angst, dass ich das auch falsch ausspreche.

00:23:40: Das ist okay.

00:23:40: Ich habe auch schon italienisch hier falsch ausgesprochen bei Calvino.

00:23:44: Auch mein Englisch TH ist noch ausbauwürdig.

00:23:47: Also ich glaube, das ist gar nicht schlimm.

00:23:49: Ich finde trotzdem

00:23:50: das eigentlich nicht richtig.

00:23:53: Also ich glaube, man muss versuchen zumindest.

00:23:55: Ja,

00:23:56: bemüht sind wir immer.

00:23:57: Das

00:23:57: ist richtig.

00:23:58: Genau.

00:23:58: Jetzt habe ich das auch Wort für Wort irgendwo notiert.

00:24:03: Jetzt finde ich das nicht.

00:24:05: Und das ist immer so ein... Aber das ist eben... die sogenannte reine griechische Sprache, die sehr archaisch ist.

00:24:15: Und ich habe altgriechisch im Gymnasium gelernt und ich weiß noch aus der Zeit, also es gibt diese atische Sprache, die eigentlich sich an diese klassisch griechische Sprache altgriechisch eben anlehnt.

00:24:37: Und das, was interessant aber ist jetzt mal an der Seite, wie das alles heißt und wie sich dieser Sprachreform eben im achtzenden, eigentlich im neunzehnten Jahrhundert entwickelt hat und welche so Tiefen und Höhen dieser ganze Kampf um die moderne griechische Sprache hinterlegt hat oder wohin das alles geführt hat und was alles passiert ist, das was ganz wichtig für Kawafis ist, dass er eben die Bedeutung durch diese zwei Sprachformen formt.

00:25:21: Eigentlich ganz genau einsetzend die Begriffe in archaisch-griechischen Und ganz klar die Begriffe in sogenannten Dimotiki oder in diesem Alltag griechisch.

00:25:40: Also, der Fernwendet das.

00:25:43: Und ich habe ja auch, was ich gelesen hatte, dass er, ja, wir haben ja schon gesagt, dass er sehr pinnibel an seinen Gedichten zum Teil über Jahre oder sogar Jahrzehnte daran gearbeitet hat, dann ein Gedicht verworfen hat, dann auch Teile darauf wieder rausgenommen haben für ein anderes Gedicht, was er wohl auch gemacht hat, um da die Sprache auch so anzuwenden, wie er sich das vorstellt, dass er zum Beispiel auch Arbeit am Hafen gefragt hat aus der griechischen Gemeinde, wie sagt man das, wie sagt ihr das, um das möglich zu... ist auch authentisch dann in seinen Gedichten darzustellen.

00:26:13: Genau, weil diese Mischung war ihm auch wichtig.

00:26:16: Einerseits Helden hatte Vergangenheit Griechenlands oder das, das ist eigentlich ein Nest Europas.

00:26:27: Aus diesem Nest ist Europa entsprungen.

00:26:30: Also das war ihm ganz wichtig, das zu bewahren und das auch zu zeigen, aber auf der anderen Seite auch das tägliche Leben, und zwar nicht das tägliche Leben der Akademiker und reichen Händlers, sondern das tägliche Leben der ganz einfachen Menschen.

00:26:51: Und daher ruht auch seine Verbindung zu Rebetiko, aber dann, wir kommen eben darauf später kommen.

00:27:00: Also, lass uns erst mal jetzt auch seine... Konkret

00:27:04: in seinen Mal einsteigen, weil wir hatten ja schon gesagt, es gibt ja diese... drei Arten, historisch, philosophisch, erotisch, vielleicht können wir da mal direkt einsteigen, wo wir mit Historischem beginnen, weil wir jetzt auch schon so viel gesprochen haben, dass wir da so ein bisschen, was wir da so beispielen.

00:27:19: Aber

00:27:19: ich wollte nur noch ein paar Sachen eben loswerden, nämlich Kawafisapuessi nicht als Dekoration.

00:27:30: oder für ihn ganz wichtig zu der Zeit als politisches Werkzeug.

00:27:36: Sondern für ihn war Poesie lebensform.

00:27:41: Und das ist das.

00:27:42: Also deswegen hatte auch kein Bedürfnis, irgendwas zu veröffentlichen oder mit dem großen Publikum in Kontakt zu treten.

00:27:54: Und da gibt es wieder mal Ähnlichkeit wie mit Emily Dickinson.

00:27:58: Also Poesie war

00:28:00: Ein Teil des Lebens, als es war sozusagen.

00:28:03: Nicht nur Teil, das war das Leben.

00:28:05: Genau, das war das Leben.

00:28:06: Es ging nicht darum, einen großen Fame zu bekommen in irgendeiner Art und Weise, sondern das hat er wirklich gelebt.

00:28:11: Und das musste auch, ja, das war sein Antrieb.

00:28:15: Und auch er schon erwähnt, dass er ständig seine Gedichte bearbeitet hat.

00:28:20: So ähnlich hat er auch Yates gemacht.

00:28:23: Also viele haben das.

00:28:26: Aber Kawafis hat das so beniebeln gemacht.

00:28:30: Er wollte eben, und das hat er, das ist ihm gelungen, ich muss mich korrigieren, ich weiß es auch nicht so ganz genau, ob das seine Intention war oder eben Ergebnis seiner, seine Bemühungen.

00:28:45: Sein Werk hat eine aristokratische Strenge.

00:28:50: Was meinst du damit?

00:28:52: Also aristokratische Schlichtheit.

00:28:55: Es ist wie eine Wenn ein Mensch sich eben wunderbar gleitet und wenn du ihn anschaust, der hat, alles an ihm sind einfache Sachen.

00:29:12: Also diese Schlichte ohne Verzierung, ohne Dekoration, ohne Fairlefans, ohne Triletten.

00:29:25: oder Trillas ohne irgendeine Verschönerung, sondern wirklich Sprache als Sprache in ihrem Wesen.

00:29:40: Und das passt auch wohl zu seinem Typ, weil er wird auch als jemand beschrieben, der jetzt nicht sehr auffällig war.

00:29:45: Also sehr klein, sehr zielig.

00:29:47: Aber

00:29:47: sehr elegant.

00:29:48: Elegant immer.

00:29:49: Ja, da hat auch Wert drauf gelegt.

00:29:50: Aber er war schon eher so steif von der Art und Weise vom Habitos, eher so dozierend.

00:29:56: Also er hat ihm gerne auch etwas die Welt erklärt und hatte aber ein ganz gewöhnliches Aussehen, sowieso ein levantinischer Makler.

00:30:04: So sah er aus.

00:30:08: Das passt vielleicht.

00:30:09: Das ist

00:30:10: ein Wort, das eigentlich sehr gut zu Kawafis passt, aber nicht levant in heutigem Sinne, sondern levant aus der Zeit.

00:30:26: Er ist eigentlich seine Gedichte.

00:30:30: haben eine gewisse Zeitlosigkeit.

00:30:33: Und das ist das, was du sagst, wollen wir in diesen geschichtliche Abteilung erst mal einsteigen.

00:30:40: Also selbst da, das, was sie interessiert, sind eigentlich zeitlose Themen, Macht.

00:30:49: Genau, aber das anhand eines konkreten Momentes einer Person, die in der Geschichte eine große Rolle gespielt hat.

00:30:58: Oder

00:30:58: eine kleine Rolle.

00:31:00: Ja, stimmt.

00:31:00: Das waren auch zum Teil Slaven-Randfiguren.

00:31:04: Genau, aber auch die Großen.

00:31:05: Zum Beispiel, und da möchte ich gleich mal einsteigen, einer meiner absoluten Lieblingsgedichte von ihm ist ja Neros

00:31:13: Frist.

00:31:16: Und er war ja auch, wenn ich das gerade raussuche, noch das Gedicht, kann ich das kurz noch erwähnen, er war ja unglaublich belesen.

00:31:22: Er hat wohl auch schon, also als er dann nach Konstantinopel ist und weil er da geflüchtet ist, da hat er wohl angefangen sich sehr viel damit zu beschäftigen mit dem vor allem bizantinischen Reich, mit der Antike und hat aber auch, er wollte auch ein historisches Lexikon schreiben, hat aber dann bei Alexander hat er dann wohl aufgegeben, also relativ zum Anfang, bei A dann schon.

00:31:41: Und er hat sich, wie gesagt, sehr viel dazu belesen, zu den Schicksalen oder zu der Geschichte und hat dann daraus sozusagen sein Gedicht genommen und geschrieben.

00:31:51: Und er hat so also aber so einen Moment rausgesucht hat, der jetzt auch so wegweisend war.

00:31:56: Ein klein Moment, den man dann aber auch verallgemeinern kann, der dann viel größer ist als nur das.

00:32:02: Und da möchte ich jetzt mal kurz vorlesen, Nerosfrist.

00:32:08: Nero war nicht beunruhigt.

00:32:10: als er den Orakel spruch der Delfischen Weisheit vernahm.

00:32:14: Fürchte das seventy-sechste Lebensjahr.

00:32:17: Er hat noch Zeit, das Leben zu genießen, erst dreißig Jahre alt.

00:32:21: Die Frist, die der Gott ihm gab, reicht wohl aus, um künftigen Gefahren zu wehren.

00:32:27: Etwas müde wird jetzt nach Rom zurückfahren, doch angeneh müde von seiner Reise, die allein dem Vergnügen gewidmet war, Theaterbesuche, Gartenfeste, Stadien, Abende in archäischen Städten.

00:32:39: und vor allem der Genuss nackter Körper.

00:32:41: So dachte Nero.

00:32:43: Und in Spanien sammelt und trainiert heimlich sein Truppen, der alte Galba, der dreiundsiebzig-Jährige.

00:32:52: Wir sehen, wo der Oraclespruch hingeführt hat, es ging hier nicht um sein dreiundsiebzigstes Lebensjahr, sondern um Galba, der letztendlich auch dafür verantwortlich war, dass Nero gestürzt wurde.

00:33:04: Nero ist ja bekannt, soll ja angeblich dafür verantwortlich gewesen, weil sein Rom abzufackeln, was aber inzwischen auch bewiesen ist, dass es nicht so war.

00:33:12: Also im Gegenteil, er hatte dann nach dem Rom gebrannt, ist auch seine seine Sein Heim geöffnet war sein Palast für Obdachlose und hat dann auch den Getreidepreis gesenkt und alles so was, um da der Bevölkerung zu helfen.

00:33:26: Also Nero war kein ... Wie gesagt, dafür war er nicht verantwortlich.

00:33:32: Viel ist auch noch verantwortlich zum Tod seiner Mutter und auch seine Frau.

00:33:38: Und dann eben mal umgebracht, da war man früher nicht sehr zimperlich, wenn man das so liest, aber Rom hat er nicht abgebrannt.

00:33:44: Aber er ist dann tatsächlich auch gefallen und ist dann auch gestürzt worden, wie es dann vielen Herrschern damals ging.

00:33:50: Und es ist so, er beschreibt diesen einen Moment, dieses orakel Spruchs und dann dieses BAM am Ende.

00:33:55: Wie es eigentlich war.

00:33:56: Und das passt eigentlich alles auch schon zusammen.

00:33:59: Ja, in diesem Gedicht hat er Nero so unglaublich gut auch beschrieben.

00:34:02: Und man ist sofort drin in dieser Welt.

00:34:04: So ging es mir.

00:34:05: Und es ist nochmal, man kann dieses Gedicht auch, ich habe es natürlich mich auch Vorbereitung auf diesem Podcast mehrmals natürlich gelesen.

00:34:12: Und umso öfter man es liest, umso mehr liebt man

00:34:13: es.

00:34:15: Ja, das stimmt.

00:34:16: Ich meine, du hast mit Nero begonnen.

00:34:19: Es gibt auch andere.

00:34:21: so viel, also viel mich.

00:34:23: weil ich eine ganz besondere und sehr persönliche Verbindung zu Thermopülen habe.

00:34:30: Thermopüle ist eigentlich ein Ort in Griechenland, wo die Spartaner, die Sparta-Kämpfer, Krieg oder Kampf gegen Persen.

00:34:47: verloren haben.

00:34:49: Und bis, ich glaube, die gab es ganz wenig.

00:34:52: Ich glaube auch diese berühmte Film, Dreihundert, ist Anlehnung an, an Kampf an.

00:34:59: Mit den schönen, gut gebauten Männern?

00:35:01: Genau.

00:35:03: Aber ich meine, die Geschichte an sich und die Griechen sind sehr, sehr stolz auf dieser.

00:35:10: Und es ist interessant.

00:35:12: Und natürlich, da gibt es auch einen Denkmal.

00:35:16: Und auf dem modernen Denkmal bei den Thermopilen, dass den Gefallen der Schlacht von vierhundert Achtzig vor Christus gewidmet ist, steht ein berühmtes Epigramm, das dem Dichter Simone des von Chaos zugeschrieben wird.

00:35:36: Und dieser Epigramm lautet, Wanderer, kommst du nach Sparta, verkünde dort, Wir hier liegen, den Gesetzen der Spartaner Gescosa.

00:35:53: Aus diesem Epigram macht Kawafis eigentlich ein meiner liebsten Geschichten, Gedichten.

00:36:03: Und er sagt, Ruhm denen, die in ihrem Leben der Moppelen bestimmt haben und bewachen, die nie von ihrer Pflicht weichen.

00:36:16: gerecht und ehrlich in all Ihren Taten, stets nachsichtig und mitleidend, großmütig, wenn sie reich sind und wenn arm freigibig nach Ihren Möglichkeiten.

00:36:33: Und so hilfsbereit wie möglich.

00:36:36: Stets sagen sie die Wahrheit, doch ohne Hass auf die die Lügen.

00:36:43: Und noch mehr Ruhm verdienen sie.

00:36:46: wenn sie voraussehen und viele sehen voraus, dass am Ende Erfialtes erscheinen wird und die Mäder schließlich doch triumphieren.

00:37:00: Mäder sind in diesem Fall eigentlich das Synonym für die Perser.

00:37:09: Also er beschreibt Großgröße.

00:37:17: der Spartana, wobei das auch nicht wichtig ist, ob das Spartana sind, sondern denjenigen, die eigentlich zu ihren Werten stehen.

00:37:29: Genau.

00:37:30: Er schafft es ja auch so toll, entweder bei Nero in zu Persönlichkeiten historisch reinzuschlüpfen, aber auch in damals Situationen, und da merken wir aber auch das Universal eigentlich, was er da schreibt.

00:37:40: Ja,

00:37:41: genau das.

00:37:42: Genau das.

00:37:43: Also, ich finde das wirklich... Also, Ephialtis, den er erwähnt, er sagt, dass am Ende Ephialtis erscheinen wird, das ist der...

00:37:56: Verräter gewesen.

00:37:58: Der hat eigentlich Berzer die Geheimgänge oder Eingänge gezeigt und also mit seiner Hilfe haben die diese unglaublich mutige Verteidiger ihres Landes eigentlich besiegt und bis bis den letzten hingerichtet.

00:38:21: Also das ist so ein Gedicht, wo ich denke, wow, also Daraus ist die Schlichtheit der Sprache von Kawafis und trotzdem jedes Wort hat so eine Wurde und ist so ein stolzes Wort und steht also das Wort steht zu seiner Bedeutung und auch weh die Menschen zu seinen Werten letztendlich.

00:38:51: Und was bei dem Gedicht ja auch der Fall war, ist, was wir ganz oft sehen, gab bei den historischen Gedichten logischerweise, ist, dass er hat ja, wer war gesagt, er war sehr belesen, er hat sich wirklich alte bizantische Schriften von Historikern, Philosophen angeschaut und hat die dann auch oft vorweg von seinen Gedichten gestellt.

00:39:06: Ja, also er, das war es ja jetzt bei dir auch, als ob es die Pigramme waren oder andere Zitate.

00:39:11: Und das macht es dann noch mal interessanter, dass er das dann schon so ein Kontext packt und auch zeigt, woher er das eigentlich hat, also was ihn inspiriert hat, das auch zu schreiben.

00:39:20: Genau, und es ist auch wahnsinnig schwierig, gerade diese, also wenn man sagt, okay, es gibt oder wir haben jetzt eigentlich wegen besserer Erklärung oder besserer Zählung seine Gedichte in drei gruppen, thematischen Gruppen aufgeteilt, aber es ist schwierig, weil eigentlich seine Historische Gedichte sind zugleich auch seine philosophische Gedichte.

00:39:47: Ja, das

00:39:47: stimmt.

00:39:48: Also gerade die erotischen kann man gut trennen, finde ich sehr eindeutig.

00:39:51: Aber du hast gerade, als ich deinem Ziemlich gehört dachte, das geht ja schon in die philosophische Richtung klar.

00:39:55: Obwohl ich gar nicht sehe, ob er das nicht selber so eingeteilt hat sogar.

00:39:59: Aber trotzdem, das erleichtert uns natürlich, das zu erfassen und so.

00:40:02: Dann, wir denken gerne in bestimmte Schubladen und so.

00:40:04: Aber natürlich ist das, wie alles im Leben, viel komplexer und zum Teil auch überlappend.

00:40:10: Aber das ist auch das, was wir gesagt haben.

00:40:13: Das ihn eigentlich aus der Geschichte oder aus der Mythologie auch zum Teil.

00:40:19: Ja, sehr aus der Mythologie auch.

00:40:21: Das, was ihn wirklich interessiert, sind die großen, übergreifenden Themen.

00:40:26: Und natürlich, die Antike Literatur ist absolut dafür geschaffen.

00:40:33: Ich meine, wir lesen immer noch heute leidenschaftlich.

00:40:37: Texte, die zweieinhalb, manche auch dreitausend Jahre von uns entfernt sind.

00:40:45: Und das ist also für mich als, und ich bin mir sicher, dass eigentlich alle Migranten das Lied eben durch Tränen lesen, das ist natürlich Itaka.

00:41:01: Und Itaka ist Insel von Odysseus.

00:41:06: und die Reise von Odysseus ist eigentlich nach zehn Jahren Krieg in Troja, will er eben zurück nach Hause.

00:41:19: Das ist Rückkehr nach Hause.

00:41:23: Und das Gedicht an sich hat so schon durch den Titel Itaka so ein Potenzial.

00:41:32: bei mir regt sich alles sofort.

00:41:37: beginnt auch so, brichst du auf Gen Itaka, so wünsch dir eine lange Fahrt, voller Abenteuer und Erkenntnisse.

00:41:51: Also ich werde jetzt das Gedicht nicht volllesen, das sollen unsere Zuhörer selber machen.

00:41:57: Aber das, was so tief in die Seele hineindrängt, ist eigentlich Stets halte Ithaka im Sinn.

00:42:13: Dort anzukommen, ist dir vorbestimmt.

00:42:18: Jedoch beeile deine Reise nicht.

00:42:22: Besser ist, sie dauert viele Jahre.

00:42:26: Und alt geworden, lege auf der Insel an.

00:42:31: Nun reich an dem, was du auf deine Fahrt gewannst.

00:42:36: Und ohne zu erwarten, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.

00:42:42: Ithaka gab dir die schöne Reise.

00:42:45: Und das ist das.

00:42:46: Und am Ende ist Ithaka nicht die Heimat.

00:42:50: Am Ende ist Ithaka der Tod.

00:42:54: Ithaka ist Jenseits.

00:42:57: Ithaka ist dieser Traumwelt, die es nicht mehr gibt.

00:43:03: Er beschreibt eigentlich die Reise.

00:43:07: unser Leben und sagt genieße, genieße das, was du tagtäglich lernst, was du immer in dir aufnimmst und auch Abenteuer und auch Gefahren und alles, was dir sozusagen auf dem Weg passiert.

00:43:22: Natürlich, also die Odyssee ist mein Lieblingsbuch und ich kann das immer noch heute.

00:43:29: ohne Ende lesen und kenne jede Geschichte und jede Persönlichkeit.

00:43:35: Und da macht daraus eigentlich eine Belehrung, eine philosophische Entschluss eigentlich.

00:43:49: Oder er beschließt deine Gedanken.

00:43:52: Genau, und fast das in ohne Art zusammen.

00:43:53: Fast zusammen

00:43:55: und sagt ... Es ist nicht wichtig, dass Ziel der Weg dahin ist wichtig.

00:44:02: Und dann sagt er, ich denke, er kommt zum Schluss, beeile dich nicht, genieße deine Reise, genieße dein Leben.

00:44:11: Sehr schön.

00:44:11: Also fast ein, ein, ein, ein, euphorisch vielleicht nicht, aber eine positive, positive...

00:44:16: Genau.

00:44:17: Die Idee ist sehr positive.

00:44:18: Ganz anders als, ja.

00:44:20: Anders auch als das, was wir eingangs natürlich gehört haben.

00:44:23: Ja, wenn wir gerade den Übergang so ein bisschen schaffen zum Philosophischen auch, weil die Stadt ist ja eigentlich genau das Gegenteil.

00:44:29: Ja, die Stadt ist ja eigentlich ein Gedicht, was viel von Resignation eigentlich spricht, was ja letztendlich nur aussagt.

00:44:37: Okay, da gibt es jemand, die erste Strophe ist ja... eher ein Zitat, dass jemand sagt, ich bin jetzt in eine neue Stadt, da wartet was Neues auf mich und da kann ich endlich die letzten düsteren Ruinen meines Lebens hinter mich bringen und neu anfangen.

00:44:52: Und dann ist ja dann sozusagen die letzte Strophe der Gegenpart, der eigentlich sagt, egal wo du hingehst, diese Stadt.

00:45:01: Die wird dich immer verfolgen.

00:45:02: Egal, wo du bist, dein Leben wird dich immer einholen.

00:45:05: Du hast dein Leben vertan und das hast du auch auf der ganzen Erde vertan.

00:45:09: Also, ich glaube, das Schlimmer geht's ja nicht mehr.

00:45:10: Also, wenn jemand sagt, okay, ich will Neuanfang machen, ich will's noch mal ganz neu probieren und dann heißt es aber nie ganz ehrlich, egal, wo du hingehst, dir wird noch mal der selbe Mist passieren, weil du wirst da nicht rauskommen.

00:45:19: Also, es ist eher tragisch.

00:45:21: Genau.

00:45:22: Und egal, wohin du gehst, das, was du gelebt hast, was dich ... gemacht hat, was du erlebt hast, das begleitet dich.

00:45:30: Das

00:45:30: nimmst du mit.

00:45:31: Ja, begleitet dich.

00:45:32: Das nimmst du voll und ganz mit.

00:45:33: Genau.

00:45:34: Und dann begleitet dich noch in ganz anderen Farben.

00:45:38: Begleitet dich eben sehnsüchtig durch die Nostalgie eigentlich so vernebelt und weich gemacht.

00:45:48: Und ja.

00:45:52: Magst du oder soll ich was über die Wartner auf die Barbaren sagen?

00:45:56: Ach, das kannst du gerne noch.

00:45:57: Ich habe es ja auch geliebt, weil das ein, ist fast ironisch dieses Gedicht.

00:46:01: Ist ironisch

00:46:02: und ist total politisch.

00:46:03: Also der hat nicht viele politische Gedichte geschrieben.

00:46:07: Aber das Gedicht ist, also ich verstehe das Gedicht zumindest als sehr politisch.

00:46:13: Ja, ja, ist richtig.

00:46:15: Und ich werde es auch nicht ganz vorlesen.

00:46:20: Das Gedicht beginnt sehr interessant, nämlich das Gedicht hat eigentlich eine Art Réfrain.

00:46:28: Es wiederholt sich immer einen Satz.

00:46:31: Worauf warten wir, versammelte auf dem Marktplatz, auf die Barbaren, die heute kommen?

00:46:39: Worum solch Untätigkeit im Senat?

00:46:43: Warum sitzen diese Natoren da, ohne Gesetze zu machen?

00:46:47: weil die Barbaren heute kommen.

00:46:49: Und diese, weil die Barbaren heute kommen, wiederholt sich.

00:46:54: Und eigentlich ist die Geschichte, also er fragt sich, warum nichts passiert.

00:47:01: Und die Antwort ist immer, weil die Barbaren heute kommen.

00:47:07: Am Ende des Gedichts, also gibt es so wie fast beim Sonnet nach zwei Kadrennen, gibt es dieser auflösende Tazett und er sagt, warum gehen alle so nachdenklich nach Hause?

00:47:27: Weil die Nacht gekommen ist und die Barbaren doch nicht erscheinen sind.

00:47:34: Einige Leute sind von der Grenze gekommen und haben berichtet, es gäbe sie nicht mehr die Barbaren.

00:47:43: Und nun, was sollen wir ohne Barbaren tun?

00:47:47: Diese Menschen waren immerhin eine Lösung.

00:47:53: Und das ist das Ende.

00:47:54: Also Barbaren.

00:47:58: Man hat den Eindruck, die Stadt wartet auf eine Rettung, auf jemand, der alles besser machen wird.

00:48:06: Das ist wie bei Shakespeare.

00:48:09: Das hat mich so sehr an Shakespeare und Hamlet erinnert.

00:48:13: Und am Ende kommt von Tim Brass durch die Touren.

00:48:17: Also der Baba eigentlich, der diese Dekadente völlig verkommenen Welt eigentlich.

00:48:25: psychotisch und pervers, dann auflöst durch eine Erneuerung.

00:48:34: Und die Erneuerung ist immer barbarisch, ist immer etwas, was uns zivilisiert.

00:48:40: Also Dekadenz ist zivilisiert natürlich.

00:48:43: Aber das ist das Ende eigentlich der Zivilisation.

00:48:47: Und jetzt kommt eine neue Welle und die kommt aber nicht.

00:48:50: Jetzt kann man sich alles Mögliche vorstellen.

00:48:56: Alexandria, die auf Barbaren wartet, sind die Barbaren die Araber, die Ägypter?

00:49:04: Sind die Barbaren die Engländer?

00:49:08: Wer sind die Barbaren eigentlich?

00:49:10: Aber die Stadt zerfällt und wartet auf eine Erneuerung und die kommt nicht.

00:49:17: Was tun Sie jetzt?

00:49:18: Und das war auch eine Rechtfertigung, letztendlich nicht

00:49:20: zu tun

00:49:21: oder zu verharren einfach.

00:49:23: Oder man nimmt das auch politisch eigentlich, dass die Menschen immer wieder auf eine neue Kraft hoffen, die dann eben durch zum Teil draconischen Maßen eine Gesellschaft wieder... herrichtet.

00:49:41: Ich meine, das haben wir auch hier in Deutschland heute noch.

00:49:45: Diese feuchte Wünsche, dass da irgendjemand gibt, der mit dem Faust auf den Tisch legt und alles wieder mal gut macht.

00:49:53: Also, das ist so ein gutes und so ein wichtiges Bild, das würde ich sogar in den Schulen auch eben analysieren.

00:50:01: Ja, ist schön, dass du das auch nochmal rausgenommen hast, weil das war so ein gutes Beispiel.

00:50:05: Wie gesagt, das ist auch nicht ohne Ironie.

00:50:08: Das muss man wirklich

00:50:08: sagen.

00:50:10: So

00:50:10: am Ende mit so einem kleinen Zwingern.

00:50:13: Das muss man wirklich sagen.

00:50:15: Ganz anders erscheinen.

00:50:17: Ich weiß nicht, hast du jetzt noch mal, wenn wir von zu den Historischen, wenn man vorschlägt, so langsam mal zu den, also philosophisch, haben wir, glaube ich, mit angerissen, ganz gut.

00:50:24: Aber nochmal eine ganz antikategorie, sind wirklich seine erotischen Gedichte.

00:50:28: Ja, du hast ja schon gesagt, der Kawafes war homosexuell, natürlich nicht sehr einfach in der damaligen Zeit.

00:50:35: Er hat es aber trotzdem ausgelebt.

00:50:38: muss man sagen und dafür sprechen auch wirklich seine Gedichte.

00:50:43: Auch diese sind immer von einer gewissen Wehmut geprägt.

00:50:47: Oft sind es Gedichte, die er gefühlt zumindest, dass ich da immer aus einer rückblickend schaut, auf Geliebte, die es gehabt hat, aus längst vergangenen Zeiten und Thema Großthemas auch Schönheit, die nicht mehr da ist.

00:51:04: Und was ich sehr schön finde für Erzbeispiel eines seiner Gedichte heißt eine Nacht, sagt eigentlich auch schon alles.

00:51:13: Trotzdem lese ich es vor.

00:51:16: Eine Nacht.

00:51:17: Das Zimmer war ärmlich und alltäglich.

00:51:21: Es lag versteckt über einem zwielichtigen Lokal.

00:51:24: Vom Fenster blickte man auf die enge und schmutzige Gasse.

00:51:28: Von unten herauf drang die Stimmen der Arbeiter.

00:51:31: die Karten spielten und sich amüsierten.

00:51:34: Und dort, auf dem bescheidenen gewöhnlichen Bett, habe ich den Körper der Liebe genossen.

00:51:40: Lippen, sinnlich und rosig vom Rausch, rosig von einem solchen Rausch, da sich noch jetzt nach so vielen Jahren, da ich in meinem einsamen Haus schreibe, wieder trunken davon werde.

00:51:53: Und das Das haben wir ganz oft.

00:51:56: Diese Sehnsucht, dieses Zurückschauen auf vergangenen Tage, als man noch jung war, als man den Jungen geliebten hatte, ganz oft haben wir auch so Altersangaben in seinen leidenschaftlichen Gedichten, der der XXIII-Jährige, der XXIV-Jährige, sogar Titel heißen so.

00:52:10: Und immer dieses Rückblickend und immer das traurige Auge auf das vergangene Gerichte.

00:52:16: Das fand ich sehr bedeutend und prägnant in seinen erotischen Gedichten, immer das das verflossene.

00:52:23: gar nicht so viel darum, zum Teil auch, dass es alles von der versteckte Liebe ist, die es natürlich war.

00:52:27: Also das merken wir schon eingangs.

00:52:28: Die erste Strophe beschreibt ja nur die Szenerie letztendlich.

00:52:32: Das war das dieser Rahmen, von dem ich am Anfang gesprochen habe.

00:52:34: Ja, da geht es um das Freudenhaus.

00:52:37: Genau, voralles ein Freudenhaus.

00:52:40: Und da hört man, man hört die Stimmen, man kann sich das ruhig für eine schmutzige Gasse ist.

00:52:43: Also so ein bisschen liederlich alles, ein zwielichtes Lokal.

00:52:48: Also man, er bringt einen schon, zieht einen schon sofort rein.

00:52:50: Man hat sofort diese Bilder im Kopf.

00:52:52: Und was ich vorhin auch gedacht habe, wir haben ja erst über sein Stil gesprochen, dass das so einfach ist.

00:52:57: Und dadurch auch sehr zugänglich muss man es sagen.

00:52:59: Es ist ja nicht, man muss sich ja in diesem Podcast, wenn wir das machen, überlegen, wie viel können wir eigentlich vorlesen, weil ihr wisst ja uns wichtig auch, dass die Hörerinnen und Hörer uns folgen können.

00:53:08: Und da macht das Krawafes uns, finde ich, relativ... Das ist relativ einfach.

00:53:11: Ich kann mir vorstellen, dass ihr das gut mitverfolgen könnt, was nicht selbstverständlich ist.

00:53:16: Bei Emily ist es schwieriger, das mit einem Vorlesen zu erfassen.

00:53:21: Aber hier ist auch viel Doppeldeutigkeit.

00:53:24: Ja, das ist richtig.

00:53:26: In seinen erotischen Gedichten hast du Erotik.

00:53:33: Du hast keine Person.

00:53:39: Du hast Körper.

00:53:41: durch das Lippen, durch das Lenden, durch das Haut.

00:53:46: Also eigentlich das, was er, das war bei mir, das habe ich dir auch gesagt, als wir Podcast vorbereitet haben.

00:53:56: Ich habe dir gesagt, das sind keine Menschen, das ist gar nicht mit.

00:54:00: Das ist eigentlich der schönste junger Mann auf dem Olympus, der eigentlich Wein, den gehört dann, oder nicht Wein, sondern am Brosi oder was auch immer, in den Bechern einschenkt.

00:54:21: Jung.

00:54:21: Ja, Jung immer.

00:54:23: Aber er idealisiert es natürlich auch, auch, glaube ich, rückblickend.

00:54:26: Aber es ist schon so, dass er schon auch über konkrete Begegnungen schreibt, die er wohl gehabt hat, also in diesen Gedichten ist auch Verarbeit, dass er das alles idealisiert und damit in Verbindung bringt.

00:54:35: Das möchte ich gerne.

00:54:37: Wenn man das so liest, denkt man, das waren ja alles Götter wirklich.

00:54:41: Ja, und du

00:54:41: hast überhaupt nicht den Eindruck, dass er auf der Suche nach Liebe und Beziehung ist.

00:54:47: Er nach Leidenschaft und Sinnlichkeit und Schönheit.

00:54:50: Genau,

00:54:51: und Schönheit.

00:54:52: Das ist das.

00:54:53: Ästhetik, Momente.

00:54:55: Wir haben häufig, wenn wir über Kawafis sprechen, dann sprechen wir immer in einer der Zwischenzeit, in einer der Zwischenwelt.

00:55:11: in einem dazwischen Zustand.

00:55:14: Also nicht links, nicht rechts, nicht Westen, nicht Osten, nicht Occident, nicht Orient, nicht Vergangenheit, nicht Gegenwart, nicht Leben, nicht Tod, sondern dazwischen.

00:55:30: Also jemand, der praktisch zwischen den Welten lebt und keiner weltgerecht werden will, komplett, sondern immer Und genauso ist auch in der Liebe.

00:55:44: Er ist nicht auf der Suche.

00:55:47: Ich habe dir gesagt, manchmal habe ich den Eindruck, er ist eigentlich ein lebender Tote.

00:55:52: Weil alles, was er berichtet, berichtet er aus dem Jenseits.

00:55:58: Er berichtet durch die Augen oder Ohren von Spartana oder Odysseus oder Nero, also aus der Vergangenheit.

00:56:11: Oder wiederum, wenn er Beobachter ist, ist er Beobachter aus seiner Kaschemme, der eigentlich den wunderschönen Körper beobachtet und sich an einzigen Moment erinnert, wo er gelebt hat.

00:56:27: Genau, oder eher gar nicht so aus der Sicht des Jenseits, würde ich fast sogar widersprechen, eher so aus der Sicht der alten Augen eines Mannes.

00:56:36: Also so kurz sagen war, vielleicht dann doch, passt vielleicht doch zum Übergang aber wirklich, des Todes, aber immer dieses Rückblickende.

00:56:44: Das ist eigentlich... Aber am Ende ist immer der Tod oder am Ende ist immer das Vergessen.

00:56:50: Aber er spricht nie über den Tod.

00:56:51: Also der Tod macht in seinen Gedichten, also spielt überhaupt gar keine Rolle.

00:56:55: Also Tod an sich über... Ja, aber

00:56:56: er spricht über Itaka.

00:56:58: Ja, genau.

00:56:59: Aber das Tod an sich würde nicht so benannt sagen, was so.

00:57:02: Über

00:57:02: Elysée um, ne?

00:57:04: Er spricht über Champs Elysée.

00:57:06: Er spricht über eigentlich Elyséeische Felder.

00:57:10: Er spricht über die Welt, wo die Helden noch leben.

00:57:15: Und das kombiniert mit der... Welt, die dabei ist, eben Vergangenheit zu werden.

00:57:23: Das ist das.

00:57:24: Und er beobachtet eben die junge Männer, die wunderschön sind, sind aber eigentlich nur ein Momentum der Liebe.

00:57:37: Und alles natürlich auch, weil er sich auch bewusst, dass er die Liebe ja auch gar nicht so zulassen konnte damals.

00:57:42: Wir dürfen nicht vergessen, wo wir uns befinden in welchem Jahrhundert.

00:57:47: Und da fand ich, wir haben ja schon einen Eingang gesagt, er hat ja insgesamt, hat er ja nur hundertfünfzig Gedichte, das ist nicht viel.

00:57:54: Hat er sozusagen autorisiert, hat gesagt, ja, das sind die Gedichte, die habe ich geschrieben.

00:57:58: Dann gab es unheimlich viele, die er verworfen hat und nicht beendet hat.

00:58:01: Also insgesamt umfasst sein Werk eigentlich zweieinhalbzig Gedichte.

00:58:07: Und es gibt aber zum Glück eine wunderbare Gesamtwerk, wo man auch diese, hast du schon einen Eingang gesagt, die verworfenen Gesichter auch lesen kann.

00:58:14: Und da gibt es eins, also das möchte ich betonen, das war nicht.

00:58:16: was er autorisiert hat, was ich jetzt vorlese, ohne dass es wahrscheinlich Karavis Wille gewesen wäre, aber die wurden jetzt noch mal veröffentlicht.

00:58:24: Und das beschreibt auch noch mal diesen Zwiespalten, den er gelebt hat aufgrund seiner Homosexualität.

00:58:29: Deswegen habe ich das auch rausgesucht, weil das ist fast sehr berührend.

00:58:33: Und der Titel ist auch symptomatisch, der heißt nämlich Verborgennis.

00:58:39: Verborgennis.

00:58:41: Aus all dem, was ich tat und sagte, möge keiner Versuche herauszufinden, wer ich war.

00:58:46: Ein Hindernis war da, dass meine Taten um mein Lebensstil gewandelt.

00:58:51: Ein Hindernis war da, dass mich oft abhielt zu sprechen.

00:58:54: Meine unsichtbaren Taten, meine deutlich verschleierten Schriften.

00:58:58: Aus ihnen allein wird man mich verstehen.

00:59:01: Aber vielleicht lohnt sich solch Anstrengung und Mühe, mich nicht ausfindig zu machen.

00:59:05: Später in einer vollkommneren Gesellschaft wird ein anderer, beschaffen genau wie ich, sich frei offenbaren und handeln.

00:59:14: Toll, oder?

00:59:14: Das hat mich ... Das ist so schön.

00:59:17: Das ist fast rührend, muss man sagen.

00:59:20: Wie er sich selbst bewusst ist, dass er Dinge nicht offen ansprechen konnte, dass alles verschleiert ist.

00:59:25: Er sagt, macht euch keine Mühe, mich da noch mal groß in irgendeiner Art und Weise entretzeln zu wollen.

00:59:32: Gibt es eine andere Generation ab oder eine andere Gesellschaft ab, wo Menschen erzählen können, die das frei leben können?

00:59:41: Und traurig auch in heutiger Zeit.

00:59:43: dass es ja fast wieder rückwärtsgewandt geht, leider, dass man gerade zum Teil auch, was ja erschreckend ist, in Deutschland auch nicht mehr ganz so frei leben kann.

00:59:54: Alles was die Q-Gemeinde angeht, die sich ja auch zunehmend Anfeindungen konfrontierte, damit konfrontiert sehen.

01:00:01: Und ja, das hat mich auch in dem Hinter, in dem Kontext, hat mich das wirklich sehr berührt.

01:00:05: Und deswegen wollte ich es auch vorlesen, auch wenn es ein nicht ein sozusagen von ihm autorisiertes Gedicht war und vielleicht auch aufgrund des Inhaltes auch einfach nicht.

01:00:14: Ja, das ist ein seltener Blick eben in die Zukunft.

01:00:18: eigentlich, weil Kawafis sich immer nach hinten gedreht.

01:00:23: Aber wenn du, du hast schon eben erotische Gedichte erwähnt und dann möchte ich nicht die Möglichkeit eben ungenutzt verstreichen lassen, da müssen wir eigentlich über seiner Nähe an Revetiko ein paar Worte verlieren.

01:00:47: Und Rebetiko ist also Musik der Unterwelt in Griechenland und ist entstanden im frühen zwanzigsten Jahrhundert.

01:01:02: Und zu Anfang könnte man sagen, also Kawafis und Rebetiko sind auf dem ersten Blick weit auseinander, hier der intellektuelle Dichter Alexandrias, dort die Straßenmusik der Flüchtlinge, weil das haben die Geflüchteten eigentlich mitgebracht, der Hafen Kneipen und Hashish Höhlen, aber beide teilen ein grundlegendes Gefühl und das ist dazwischen sein, dazwischen Welt.

01:01:41: So habe ich das auch irgendwie genannt.

01:01:45: Und das ist Existenz zwischen Leben und Tod.

01:01:49: Kevavis hat seine Figurenleben schon im Schattenreich.

01:01:57: Sie wissen, dass alles vergeblich ist, z.B.

01:02:00: Antonius, Thermopylae und Rebetikothemen sind Tod, Gefängnis, Drogen, verlorene Liebe.

01:02:10: aber gesungen mit stolze Würde.

01:02:14: Und das ist das.

01:02:17: Also man lebt halb im Leben, halb in jenseits.

01:02:21: Beides zeigt, dass Leben nicht prekär.

01:02:24: Es existiert am Rande, im Übergang.

01:02:29: Dann auch Außenseiter tun.

01:02:33: Rebediko sind die Armen, die Flüchtlinge, die ... Außensätzige und bei Kawafis.

01:02:46: seine Helden sind Verlierer, Dekadente, Vergessene, Randkönige wie Antiochus von Komagen, nicht die Siege der Geschichte.

01:02:59: Rebediko.

01:03:01: entstanden bei den Entrechten.

01:03:04: Flüchtlinge aus Kleinasien nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, nach, Und man weiß, dass die Liebe nicht glücklich sein kann.

01:03:33: Die richtig leidenschaftliche Liebe ist immer unglückliche Liebe.

01:03:38: Aber trotzdem will man diese Momente haben.

01:03:42: Will man die fassen und greifen.

01:03:49: Und dann natürlich auch die Musikalität.

01:03:52: Bei Kawafis ganz klar.

01:03:55: Er schreibt auch in den Kneipen.

01:03:58: Und seine fast prosanare Rhythmen sind sehr interessant.

01:04:04: Wiederholungen, lakonischer Ton.

01:04:09: Und bei Rebediko ist auch so, basiert auf einfachen, repetativen Strukturen.

01:04:15: Wir haben eben gerade ein Rebedikulit gehört, wo man eigentlich Zweifersen durch das ganze Lied wiederholt.

01:04:24: Und das ist sehr, sehr interessant und sehr wichtig, finde ich.

01:04:34: Kulturelles Milieu auch.

01:04:37: Du hast eben das Gedicht vorgelesen, was er durchs Fenster, und dann gibt es auch die Fenster, das Gedicht.

01:04:49: Das ist die Welt, die eigentlich langsam so zerfällt.

01:04:53: Und genau der Rebetiko ist genauso.

01:04:56: Aber nicht nur Rebetiko, das sind diese, das ist Jahrhundertwende.

01:05:00: Also diese Jahrhundertwende ist so ja nicht, in der die alle leben.

01:05:04: Also das sind sogenannte urbane Mittelmeerlieder.

01:05:11: Dazu gehören auch die bosnische Sedalinke.

01:05:15: Dazu gehört eben Portugiesisches Fado.

01:05:19: Dazu gehört auch Andalusisches Kantehondo.

01:05:24: Also ganz viele Poeten haben sich von diesen sogenannten Urban-Lieder inspirieren lassen.

01:05:34: Aber bei Kavafis ist nicht die Inspiration.

01:05:39: Kavafis und Rebetiko sind eben zwei Hälften eines Ganzen.

01:05:47: Und das ist eben Weltanschauung, Gesinnung.

01:05:53: Das ist das, was diese zwei poetische Hausrichtungen oder Welten verbindet.

01:06:04: Und das hat ein Mann, also Kawafus, dieses wundervolle Werk verbracht.

01:06:08: Und das war eigentlich ein Beamter in einer Arbeitsstelle, der eine Arbeitsstelle hatte im Ministerium für Wasserwirtschaft.

01:06:14: Das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.

01:06:17: Und er hatte auch immer diese Arbeit wirklich als Belastung auch gesehen, weil er halt nicht freischreiben konnte, aber es war vielleicht auch so die bisschen Tarnung auch.

01:06:26: Und er musste auch was verdienen.

01:06:28: Er muss für den Lebensunterhalt sagen, wie du schon gesagt hast, ihm war auch wichtig, gut gekleidet zu sein.

01:06:33: diese wirklich dieser andere Seite.

01:06:35: Ja, also dieses wunderbare Werk auch gemacht hat und danke auch noch mal für den kleinen Diskurs.

01:06:41: Das fand ich auch ganz spannend, um das auch noch mal ein bisschen zusammenzubringen und Zusammenhang auch einfach, Kawafes Werk zu sehen.

01:06:49: Ja, aber auch diese zwei Teile oder diese zwei extrem, zwei Poles, eine Poesie.

01:07:00: Einerseits, dass er habe, andererseits, dass Alltägliche, dass als Niederdrecht, also Niederes gesehen werden kann.

01:07:14: Und ich glaube, da bezieht er sich

01:07:16: auch

01:07:17: auf die Geschichte der antiken Literatur, weil wir hatten das schon in der Artike.

01:07:22: Wir haben drei große Tragiker, wir haben Hunger, wir haben eben Tragödie, und da sind alle Erhabene, also Persönlichkeiten und Menschen, die Kriege führen, Entscheidungen treffen, Könige, ihre Familie und und und Agamemn und Glitenestra Medea.

01:07:46: Aber es gibt auch der andere Teil der griechischen, antiken Literatur und das sind Komödie.

01:07:55: Und natürlich kann Komödie nicht um, also in Komödie kann nicht ein König irgendwie die Handlung führen, sondern das sind die normale Menschen und die sind... Ja, die sind Menschen.

01:08:10: Aber dann ist es nur versteckt, dass gewünschte Persönlichkeiten vielleicht dann auch den einen oder anderen Herr erscheinen, in irgendeiner Art und Weise widerspiegelt, was man dann auch erkannt hat.

01:08:18: Ja, aber weißt du, in der Tragödie sind die Götter oder Halbgötter.

01:08:24: in Komödien bei Aristophanos.

01:08:29: Dann haben wir den goldenen Esel, also auch erotische Romane.

01:08:35: Das sind normale Menschen, die Sex haben und trinken und unglücklich sind und verwitmet und eigentlich deren Leben gar keine Bedeutung für das Land und die Nation und die Geschichte hat.

01:08:52: Und darüber können wir lachen.

01:08:54: Und es gab immer diese zwei Literaturen durchgehend durch die Geschichte der Literatur, also der Weltliteratur.

01:09:02: Es gibt immer höfische Literatur und völkische Literatur.

01:09:07: Aber die Verbindung ist immer, dass eigentlich die erhabene Literatur, die offizielle, die große Literatur, sich eigentlich... von den Themen und Geschichten aus der niederen Literatur speist.

01:09:27: Das ist das.

01:09:28: Und ich glaube auch, ich weiß, dass Kawafis als jemand, der die Literatur so gut kannte und wirklich alles so gut so belesen war, dass er auch diese Doppeldeutigkeit der Literatur erfasst hat.

01:09:47: Und auch das in sein Werk einfließend ist.

01:09:53: Und er ist ja damals auch, obwohl er nur diese wenigen Gedichte überhaupt geschrieben hat und nur an Freunden verteilt hat, ist er ja auch trotzdem auch bekannt gewesen.

01:10:00: Er hat ja schon im Bericht brecht, hat auf jeden Fall verwiesen, aber auch ein Forster hat ihn geliebt und wollte auch schon zu Lebzeiten seine Sachen veröffentlichen.

01:10:08: Da wollte er aber nicht, ich würde ihn, darf ich Forster noch mal ganz kurz zu Wort kommen lassen, weil wir haben jetzt gerne ganz viel Kevaphes gehört.

01:10:16: von ihm sich oder seine Gedichte.

01:10:18: Wie wurde er denn wahrgenommen?

01:10:19: Vielleicht auch nochmal so, weil wir kommen jetzt glaube ich auch langsam zum Schluss.

01:10:23: Wir neigen ja dazu, wir wissen das lieber höher und höher, dass wir euch sehr viel zumuten.

01:10:27: Manchmal bei unserem Podcast ist es sehr, sehr lang.

01:10:30: Das haben wir schon öfters jetzt auch gehört.

01:10:32: Ich weiß nicht, ob es als was Positives oder als Kritik gedacht wird.

01:10:35: Ich will nur sagen.

01:10:36: Das tut uns sehr leid, wir werden es aber nicht ändern können.

01:10:39: Also da vielleicht auch für die Zukunft, wir sind sehr bemüht und sagen, oh, wir müssen uns auch knapp halten.

01:10:44: Aber wir können uns an irgendein bestimmten Punkt sind wir dann auch so im Thema drin.

01:10:49: Und wir haben uns gesagt, wir versuchen immer unter anderthalb Stunden.

01:10:52: Also mehr als anderthalb Stunden versuchen wir nicht euch zu zu quatschen.

01:10:57: Aber bis dahin müsst ihr auch einfach durchhalten.

01:10:59: Und ja, ich denke, wir sind auch viel interessante Dinge dabei.

01:11:02: So, aber jetzt wieder zurück zum eigentlichen Thema.

01:11:05: Roster hat nämlich gesagt.

01:11:07: Also er hat ihn getroffen auf der Straße oder beschreibt so eine Szenerie, dass er ihn auf der Straße getroffen hat.

01:11:13: Doch, es ist Herr Kawafes und er geht entweder von seiner Wohnung ins Büro oder vom Büro zur Wohnung.

01:11:20: Trift man ihm beim Ersteren, verschwindet er mit einer leichten Geiste der Verzweiflung.

01:11:26: Handelt es sich um das Letztere, kann man ihn dazu bringen, einen Satz anzufangen.

01:11:30: Ein unermesslich langen, komplizierten und dennoch wohlgestalteten Satz voller Parenthese, dessen, die sich nie verwirren und vorbehalte, die einem wirklich was vorenthalten.

01:11:41: Ein Satz, der sich logisch zum vorgesehenen Ende bewegt, aber gleichzeitig zu einem Ende, das immer lebendiger und spannender ist als das, was man sich vorgestellt hatte.

01:11:49: Manchmal geht der Satz noch auf der Straße zu Ende, manchmal wird er vom Straßenverkehr ermordet, manchmal hält er bis in die Wohnung an.

01:11:59: Er ist zum Thema auch, ich hab ihn ja schon mal beschrieben, als sehr dozierenden Mann, also der gerne dann auch wirklich ausschweifend war und dann Dinge beschrieben hat, vielleicht über das, was er gerade gelesen hat oder was eben so im Kopf umging.

01:12:10: Aber das fand ich so eine ganz schöne Beschreibung von ihm.

01:12:13: Ja,

01:12:13: ja.

01:12:15: Und zu Anfang hast du gesagt, er hat für sich selbst gesagt, dass er so ein unbedeutendes Leben gelettet.

01:12:22: Ja, das war... Ja,

01:12:22: es ist die Frage, weißt du, auch bei Emily war die Frage, auch bei Tchaikovist genau die selbe Frage.

01:12:29: Also, Wessen Leben ist bedeutend?

01:12:32: Ich meine, wenn nicht Leben, Menschen, die solche Spuren hinterlassen

01:12:38: haben.

01:12:39: Ich glaube, dass da wollte ich eigentlich auch hin zum Ende.

01:12:41: Ich glaube, wir können nicht sagen, dass man bei ihm von einem bedeutungslosen Leben sprechen kann.

01:12:46: Gar nicht.

01:12:47: Aber sein Leben ging auch zu Ende.

01:12:49: Und zwar als er siebzig war und genau siebzig.

01:12:52: Also wirklich an seinem Geburtstag.

01:12:54: ... ist er gestorben

01:12:56: ...

01:12:57: ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... ... um zu sagen ... Er ist auch ein bisschen sarkastisch gemeint, nehm ich mal an.

01:13:24: Er wurde noch in Athen operiert, wie gesagt.

01:13:27: Da wurde so ein Luftröhrenschritt gemacht und da ist dann seine Stimme verloren gegangen.

01:13:31: Dann kam aber auch schon kurz später, da war es dann schon wieder ins Krankenhaus.

01:13:36: Was mich auch so ein bisschen berührt hatte, anscheinend ein Freund von ihm hat ihn dann seinen Koffer gebracht.

01:13:42: Und da hat er Kavafis dann dazu gesagt.

01:13:44: Diesen Koffer hatte ich vor dreißig Jahren einen Arm schnell gekauft, um nach Cairo zum Vergnügen zu fahren.

01:13:50: Damals war ich jung und gesund und nicht hässlich.

01:13:54: Und dann starb er kurz darauf.

01:13:56: Aber wieder hier auch wieder.

01:13:57: Vergänglichkeit.

01:13:57: Vergänglich.

01:13:57: Vergänglich.

01:13:58: Vergänglich.

01:13:58: Vergänglich.

01:13:58: Vergänglich.

01:13:59: Vergänglich.

01:13:59: Vergänglich.

01:14:00: Vergänglich.

01:14:01: Vergänglich.

01:14:01: Vergänglich.

01:14:01: Vergänglich.

01:14:02: Vergänglich.

01:14:02: Vergänglich.

01:14:02: Vergänglich.

01:14:03: Vergänglich.

01:14:03: Vergänglich.

01:14:04: Vergänglich.

01:14:04: Vergänglich.

01:14:05: Vergänglich.

01:14:05: Vergänglich.

01:14:06: Vergänglich.

01:14:06: Vergänglich.

01:14:06: Vergänglich.

01:14:07: Vergänglich.

01:14:08: Vergänglich.

01:14:08: Vergänglich.

01:14:08: Vergänglich.

01:14:09: Vergänglich.

01:14:09: Vergänglich.

01:14:10: Vergänglich.

01:14:10: Vergänglich.

01:14:11: Vergänglich.

01:14:11: Vergänglich.

01:14:11: Vergänglich.

01:14:12: Vergänglich.

01:14:12: Vergänglich.

01:14:12: Vergänglich.

01:14:13: Vergänglich.

01:14:13: Vergänglich.

01:14:13: Vergänglich.

01:14:14: Vergänglich.

01:14:14: Vergänglich.

01:14:14: Vergänglich.

01:14:15: Vergänglich.

01:14:15: Vergänglich.

01:14:15: Vergänglich.

01:14:16: Vergänglich.

01:14:16: Vergänglich.

01:14:16: Vergänglich.

01:14:17: Vergänglich.

01:14:17: Vergänglich.

01:14:18: Verg.

01:14:18: Genau.

01:14:18: Dann hat er da die ganzen bizantinischen Herrscher auch vielleicht wieder getroffen.

01:14:22: Genau.

01:14:23: Und hellenischen, vor allem hellenischen.

01:14:27: Gut.

01:14:28: Schön war's,

01:14:29: liebe Yelena.

01:14:30: Danke dafür.

01:14:32: Ich danke dir und bis demnächst.

01:14:35: Bis demnächst.

01:14:36: Wir hoffen, es hat euch natürlich auch gefallen.

01:14:38: Vielen lieben Dank.

01:14:39: Tschüss.

01:14:40: Tschüss.

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